Raumenergie – eine kontroverse Diskussion

Claus W. Turtur

 

Alle wissen, dass die Menschen eine neue saubere Energie brauchen. Einige wenige wissen, dass es bereits eine solche Energieform gibt. Sie heißt Raumenergie, auch Vakuumenergie, Freie Energie, Nullpunkts­energie, im Englischen auch zero-point-energy (ZPE). Doch die Forschung verhält sich merkwürdig: Obwohl bereits funktionierende Raumenergiemotoren existieren und offiziell zertifiziert sind, diskutiert man kontrovers und kommt zu dem Ergebnis: Man soll das Phänomen »Raumenergie« gar nicht untersuchen.

 

Mit anderen Worten: Es gibt eine saubere Energiealternative, absolut umweltfreundlich, ohne Gesundheitsrisiken, permanent und überall verfügbar, technisch zuverlässig, frei für alle Menschen verfügbar und extrem kostengünstig. Aber die Masse der Naturwissenschaftler, Techniker und Ingenieure diskutiert kontrovers und beginnt nicht, diese Energieform nutzbar zu machen. Nur einige wenige haben bereits damit begonnen, und damit nachgewiesen, dass die Nutzbarkeit möglich ist. Anders formuliert: Es gibt einige Hobbyerfinder, die in diesem Bereich den Großforschungseinrichtungen bei Weitem voraus sind. Hier nur zwei aus einer Vielzahl existenter Beispiele:

 

1) Terawatt Research LLC (Energy from Intermolecular Fluctuations) hat einen Raumenergiekonverter unter der Bezeichnung Interactive Magnetic Oscillations vorgestellt, der über offizielle Prüfungen und Zertifikate des »TÜV Rheinland« und zwecks unabhängiger Reproduktion zusätzlich von einer der angesehensten amerikanischen Prüforganisationen,Underwriters Laboratories, verfügt. Bei geeigneter Betriebsfrequenz steigt der Wirkungsgrad der präsentierten Maschine im Bezug auf klassische Energieträger auf über 300 Prozent an. Alles was 100 Prozent übersteigt, kann nur einer nicht klassischen, unsichtbaren Energieform (eben der sogenannten Raumenergie) entnommen werden. Die Leistung der »Interactive Magnetic Oscillations«-Maschine beläuft sich immerhin auf einige hundert Watt.

 

2) Lutec Australia Pty Ltd hat einen Raumenergiekonverter mit einer Leistung im Kilowatt-Bereich präsentiert, der über eine Prüfung und ein Zertifikat der Société Générale de Surveillance (SGS) verfügt, der weltweit größten Prüf- und Zertifizierungsinstitution (mit über 59.000 Mitarbeitern). Danach kann der Wirkungsgrad je nach Betriebszustand der Maschine dauerhaft und stabil bis auf über 1.400 Prozent ansteigen. Die weltweit zahlreichen Patente wurden von der asiatischen FirmaEvergreen Enterprise International Ltd. übernommen, mit dem Ziel einer Serienproduktion.

 

In Anbetracht dieser und weiterer weltweit bekannter Erfolge der Raumenergienutzung überrascht die abwartende Haltung der kontroversen Diskussion seitens der Wissenschafler (besonders in Deutschland) außerordentlich – würde man doch meinen, dass es Ziel der Wissenschaften sein sollte, alle bisher unbekannten Erscheinungen zu untersuchen, um ein möglichst umfassendes Bild unserer Welt zu entwickeln.

 

Man fragt nach den Ursachen, warum die Wissenschaft hier ihrem Auftrag des Erkenntnisgewinns nicht gerecht wird:

  • Sind es dogmatische Gründe, die Schwierigkeiten bei einem Paradigmenwechsel bereiten?
  • Sind es wirtschaftliche Interessen, die die Wissenschaften zu einem Verhalten verführen, das von Philosophen mitunter als »geistige Selbstbeschränkung der Naturwissenschaften« bezeichnet wird?
  • Oder kommen gar beide Hemmnisse zusammen und verstärken einander?

 

Für die dogmatischen Gründe sprechen unter anderem auch die Urväter der Quantentheorie, Max Planck und Werner Heisenberg, die heute zu den Größten der Naturwissenschaftler gezählt werden, mit drastischen Worten, wie sie wohl nur jemand finden kann, der selbst unter dogmatischen Hemmnissen zu leiden hatte:

 

»Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass ihre Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.« (Max Planck:Wissenschaftliche Selbstbiographie, Johann Ambrosius Barth Verlag, Leipzig, 1948, S. 22; siehe auch: Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften)

 

»Es ist der stetig fortgesetzte, nie erlahmende Kampf gegen Skeptizismus und Dogmatismus, gegen Unglaube und gegen Aberglaube, den Religion und Naturwissenschaft gemeinsam führen …« (Max PlanckVorträge und Erinnerungen, 8. Auflage 1965, Seite 333)

 

Zum Thema »Raumenergie« sagte bereits Werner Heisenberg, es sollte möglich sein, den Magnetismus als Energiequelle zu nutzen, und er fügte hinzu: »Aber wir Wissenschaftsidioten schaffen es nicht; das muss von Außenseitern kommen

 

Wie deutlich die Dogmatik des Mittelalters sogar bis in die neueste Zeit hineinreicht, erzählen auch die Geschichten von Galileo Galilei und Nikolai Kozyrev.

 

Wir beginnen die Erzählung mit Hans Lipperhey (* um 1570 in Wesel, † September 1619 in Middelburg), der als Erster leistungsfähige Fernrohre im heutigen Sinne gebaut hat. Mit einem Exemplar davon beobachtete der italienische Naturwissenschaftler Galileo Galilei (Professor in Padua, *15. Februar 1564, † 8. Januar 1642) unter anderem auch die Oberfläche des Mondes – und entdeckte dort Landschaften mit Bergen, Tälern und Kratern. Daraus folgerte er, dass einige der Himmelskörper ähnliche Objekte sein müssen wie unsere Erde. Begeistert von seiner Erfindung, lud er seine Fachkollegen ein, durch sein Fernrohr zu schauen, doch man weigerte sich aus dogmatischen Gründen, seiner Einladung zu folgen. Vielmehr wurde Galileo Galilei für diese und eine Reihe weiterer Leistungen eingesperrt (Hausarrest).

 

Nun sollte man meinen, im 20. Jahrhundert sei die Toleranz größer. Dem russischen Forscher Nikolai Aleksandrovich Kozyrev (*2. September 1908, † 27. Februar 1983) standen im Pulkovo-Oberservatorium (das zur Leningrader Staatsuniversität gehörte) die besten Teleskope seiner Zeit zur Verfügung. Damit entdeckte er auf dem Mond aktiven Vulkanismus, was zu seiner Zeit eine große Überraschung war, da es die Ansicht des »Toten Modes« (als erkaltetem Himmelskörper) widerlegte. Kozyrev lud seine Kollegen zur Beobachtung ein, jedoch: Kozyrev wurde zum Tod durch Erschießen verurteilt, aber seine Strafe wurde von einem anderen Gericht abgemildert in eine Verbannung in ein sibirisches Lager. Kozyrew sollte einer der wenigen sein, die das Lager überlebten.

 

Und wie sieht es mit der modernen Toleranz aus? Im Unterschied zu Galileo Galilei, der erst nach seinem Tode rehabilitiert wurde, hat Kozyrev seine Rehabilitation noch erlebt und wurde wieder in sein Amt als Professor eingesetzt. Deshalb konnte er sogar eine Familie gründen, sodass mir sein Sohn, Fyodor Kozyrev, die Geschichte seines Vaters erzählen konnte. Nikolai Kozyrev hat noch viele weitere beeindruckende Forschungsergebnisse erzielt, deren Untersuchung noch heute nach Aussagen seines Sohnes unterdrückt wird.

 

Wer nach wirtschaftlichen Gründen für die Hemmnisse der Raumenergieforschung fragen will, möge die InternetseitePeswiki.com besuchen, auf der unter anderem eine Statistik zu finden ist, in der nicht nur von 5.000 unter Geheimhaltung gestellten Patenten berichtet wird. Beteiligen möchte ich mich persönlich weder an wirtschaftlich, noch an politisch motivierten Diskussionen.

 

Trotzdem werde ich den Eindruck nicht los, dass bisher (in der jüngsten Vergangenheit) die Erforschung der neuen sauberen Raumenergie durch zweierlei Arten der Behinderung gebremst wird, die sich beide gegenseitig vorzüglich stützen und verstärken.

 

Um diesen Eindruck komme ich auch deshalb nicht ganz umhin, weil ich selbst auf Universitätsniveau die Nutzbarkeit der Raumenergie bewiesen habe. Daraufhin habe ich auch die Theorie der Raumenergienutzung weiterentwickelt, sodass ich inzwischen konkrete Pläne für den praktischen Bau von Raumenergiemotoren erstellen konnte, einschließlich erster Ansätze zu technischen Zeichnungen. Die experimentelle Verifikation und der praktische Bau eines Prototypen ist mir allerdings nicht möglich, weil ich keine Unterstützung bekommen habe.

 

Ausgesprochen erfreulich ist die Tatsache, dass in den allerletzen Wochen und Monaten immer mehr und mehr Menschen anfangen, von der Raumenergie zu hören. Da die Raumenergienutzung nur Vorteile hat, aber keine Nachteile, wollen immer mehr Menschen, die von ihr erfahren, sie auch nutzen. Diese Leute erkennen natürlich auch die Notwendigkeit der Forschung, da ohne eine Erforschung die Nutzung nicht möglich ist. Wenn sich diese brandaktuelle Entwicklung noch eine Weile fortsetzt, dann wird es bald auch in Europa und in Deutschland eine eigene Raumenergieforschung geben. Wenn Raumenergieforschung unterstützt und damit ermöglicht werden wird, dann werde ich auch meine theoretische Konstruktion eines Raumenergiemotors in einen praktischen Prototypen umsetzen können. Dafür wird eine professionelle Unterstützung einer Forschungseinrichtung benötigt. Einige Hobbybastler oder interessierte Kleingruppen werden das nicht schaffen. Nur mit der genannten professionellen Unterstützung können die Voraussetzungen für eine Serienproduktion von Raumenergiemotoren geschaffen werden, die nötig sein werden, damit wir sagen können: »FREIE ENERGIE FÜR ALLE!«

 

Natürlich ist die tatsächliche Unterstützung und Ermöglichung der Raumenergieforschung in Europa noch eine Zukunftsvision. Auch werden die erforderlichen Entwicklungsarbeiten aufgrund ihres Umfangs wohl einige Jahre in Anspruch nehmen. Aber wir können diesen Rückstand gegenüber dem in Amerika, Australien und Asien bereits vorhandenen Know-how nur aufholen, wenn wir überhaupt mit der Forschung beginnen – anstatt wie bisher lediglich kontrovers zu diskutieren.

 

So bleibt nur zu wünschen, dass sich meine Hoffnung erfüllen möge: Folgen wir nicht dem Europäischen Motto »After all is said and done, there is a lot more said than done.« (Bild 1) Geben wir lieber der Raumenergie eine Chance und damit auch der Umwelt. Wenn viele Menschen mithelfen, dann wird die Raumenergieforschung in Europa möglich werden. Die Umweltverschmutzung aufgrund der Energiewirtschaft wird dann der Vergangenheit ebenso angehören wie Benzinrechnungen oder auch Strom- und Heizkosten.


Die Angst vieler Physiker vor der Raumenergie, eine wissenschaftssoziologische Betrachtung – Teil 1

Claus W. Turtur

 

Fast alle Menschen reagieren interessiert und positiv auf die Raumenergie, ist sie doch eine echte saubere Energie-Alternative, ohne Umweltverschmutzung, ohne Gesundheitsrisiken, kostenlos und unerschöpflich, überall und für alle Menschen frei verfügbar. Die Leute wollen die Erforschung und die Nutzung dieser Energie [*1]. Doch weil diese Forschung von den Fachleuten der Physikergemeinde nicht vorgenommen wird, gibt es viele Menschen, die dieses Thema für so wichtig halten, dass sie sogar auf eigene Faust Untersuchungen ausprobieren – in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten.

 

Ganz anders als die 99-Prozent-Mehrheit der Menschen, die die Raumenergie erforschen und nutzen will, verhalten sich die meisten Physiker. Es ist, wie wir im weiteren Verlauf des Artikels sehen werden, tatsächlich ein emotionales und ein soziologisches Problem. Viele Fachleute bilden die extreme Ausnahme, sie sind die einzige Menschengruppe, die Raumenergie nicht haben will. Es handelt sich dabei meistens um Physiker, manchmal auch um Ingenieure. Sie schweigen zum Thema Raumenergie, als hätten sie Angst darüber zu sprechen. Aus eigenem Antrieb äußern sie sich selten zu diesem Thema, in der Regel reagieren sie nur, wenn man sie daraufhin anspricht,

 

z.B. wenn man sie um ihr fachliches Urteil bittet. Und dann reagieren sie ablehnend, zeigen eine Blockade in den Köpfen, die sie oftmals so geschickt hinter Fachbegriffen verstecken, dass physikalische Laien noch nicht einmal merken können, dass die Antworten unsachlich sind und zumeist auf die bekannten Forschungsergebnisse gar nicht eingehen.

 

Eines der lustigeren Beispiele dessen, was mir als Äußerung eines Fachkollegen zu meinen Ergebnissen der Raumenergieforschung berichtet wurde, ist dies: »Die Arbeiten von Prof. Turtur sind brillant, die Präsentation der Ergebnisse ist vorzüglich, nur leider ist das Thema bloß für eine Faschingsveranstaltung geeignet.« Eigentlich sollte hier sogar allen physikalischen Laien auffallen, dass die Äußerung zu meinen Ergebnissen keine fachliche/inhaltliche Aussage enthält, aber leider ist das Problem, dass die meisten Laien so viel Respekt vor den Fachleuten haben, dass ihnen noch nicht einmal auffällt, dass hier anstelle einer Begutachtung nichts weiter als persönlicher Zynismus emotional dargeboten wurde.

 

Ähnliche Beispiele tauchen immer wieder auf. Unglücklicherweise gefährdet die Groteske der Situation sogar unsere gesamte Gesellschaft in ihrer Existenz und in ihrem Überleben. Da stellt sich die Frage: Warum – um alles in der Welt – verhalten sich Fachleute (oftmals Physiker und manchmal auch Ingenieure) so merkwürdig ?

 

Da die Aussagen der Fachkollegen zur Raumenergieforschung selten fachlichen Charakter haben, sondern in der Regel Fachbegriffe nur heuchlerisch vorgespiegelt werden, macht es keinen Sinn, fachliche Antworten auf die Stellungnahmen der besagten Fachkollegen zu suchen. In Abschnitt 3 werden wir hierzu einige Beispiele betrachten. Der Hintergrund für das Verhalten jener Physiker-Kollegen muss also im psychologischen Bereich gesucht werden. Dort kann man aber nur fündig werden, wenn man sich nicht darauf einlässt, an einer pseudofachlichen Scheindiskussion teilzunehmen, die in Wirklichkeit inhaltslos ist, aber auf solchem Niveau geführt wird, dass außenstehende Nichtphysiker und Laien sie nicht von einer echten fachlichen Diskussion unterscheiden können. Man nennt so etwas in Anlehnung an mittelalterliche Ritterspiele ein »Geplänkel«, aber es ist nicht zielführend. Das Verhalten der besagten Physiker muss auf soziologischer Ebene hintergründet werden. Dies nehme ich zum Anlass, soziologische Gedanken zu der genannten Problematik zu sammeln.

 

Derartige soziologische Überlegungen wurden bereits von Max Planck, einem der Väter der Quantentheorie, sehr treffend beschrieben: »Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass ihre Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.«(Zitiert aus: Wissenschaftliche Selbstbiographie, Johann Ambrosius Barth Verlag, Leipzig, 1948, S.22)

 

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass der großartige Max Planck bereits die selbe Beobachtung machen musste, die wir heute auch machen:

 

Physiker haben zunächst Angst, sich zu neuen Themen zu äußern, und wenn man sie dann danach fragt, also zur Beratung hinzuzieht, äußern sie sich skeptisch. Dies galt seinerzeit bei Max Planck für die von ihm mitentwickelte Quantentheorie offensichtlich in gleicher Weise wie heute für das derzeit neue Fachgebiet der Raumenergieforschung. Also wird das Thema von den Fachleuten so lange komplett ignoriert, bis sie von Bürgern darauf angesprochen werden. Spricht man sie darauf an, so reagieren sie ablehnend, ziehen die Raumenergieforschung ins Lächerliche oder schreiben gar harsch abweisende Kommentare, wobei sie sich zumeist noch nicht einmal die Mühe machen, diese inhaltlich zu begründen. Verschärft wird das Problem durch die Tatsache, dass derartig harsch abweisende Kommentare unter Gebrauch von Fachwörtern der Physik formuliert werden, so dass der Laie noch nicht einmal bemerkt, dass die Kollegen keine fachlichen Begründungen für ihre Aussagen, sondern zumeist nur haltlose Beleidigungen gegen die Raumenergienutzung der damit befassten Forscher absondern. Das ist sehr schade.

 

Deshalb dient der hier vorliegende Artikel u.a. auch dazu, die Menschen darauf hinzuweisen, nicht nur die Publikationen der Raumenergieforschung kritisch zu lesen, sondern auch die Äußerungen von Fachkollegen, die um Stellungnahme zur Raumenergieforschung gebeten wurden.

 

Die Notsituation habe ich vor einiger Zeit versucht mit den nachfolgenden Worten zu beschreiben, aber ich muss inzwischen feststellen, dass die Realität noch viel schwieriger ist. Meine früherenWorte, die ich hier zur Soziologie der Naturwissenschaften nochmals zitieren möchte, sind die folgenden:

 

»Wissenschaftler stehen im Ruf, wissend zu sein. Um ihren guten Ruf nicht zu gefährden, befassen sie sich mit Dingen, die sie wissen, und vermeiden Dinge, von denen sie nichts wissen. Deshalb beschränkt sich die Wissenschaft auf bekannte Fakten und beschäftigt sich nicht mit unbekanntem Neuem. Leider wird dadurch die Erforschung eines neuen Fachgebiets, wie es die Raumenergie nun mal derzeit noch ist, extrem erschwert.«

 

Hätte die Menschheit keine Eile, so wäre das alles kein Problem und man könnte die geistige Trägheit der Fachkollegen mühelos akzeptieren und abwarten, bis das oben genannte Plancksche Kriterium der Akzeptanz erreicht ist. Leider hat die Menschheit Eile, denn die bisher genutzten Energieformen zerstören die Erde als unseren Lebensraum. Wenn wir uns nicht sputen und die Trägheit der Fachwelt überwinden, könnte es kritisch für unser Überleben auf diesem Planeten hier werden. Dass die Gefahr des Aussterbens kein Scherz ist, sondern bitterer Ernst, werde ich im weiteren Verlauf des vorliegenden Artikels anhand zweier Beispiele belegen.

 

2. Wissenschaftssoziologische Beobachtungen:

Menschen, die in ihrem Bekanntenkreis, oder auch von offizieller Stelle, Physiker zur Raumenergie befragt haben, berichten oftmals von typischen Reaktionen seitens der Physiker wie folgt:

 

Erste Reaktion:

»Raumenergie, Energie des Quantenvakuums – nie gehört, was soll das sein?«

Zweite Reaktion:

Nachdem der Kollege sich oberflächlich einige Minuten oder einige Stunden Information verschafft hat oder eine ihm dargebotene Information (mitunter auch nur teilweise) gelesen hat, kommt die Beurteilung:

»Das ist doch alles Humbug, ich kann mir das nicht vorstellen. Ich glaube das nicht.«

Auf jeden Fall wenden sich Fachkollegen sehr häufig strikt gegen eine ernsthafte wissenschaftliche Untersuchung des Phänomens »Raumenergie«.

 

Meine Stellungnahme zu diesen beiden Reaktionen:

 

Für die erste Reaktion habe ich vollstes Verständnis, denn mir ging es ebenso. An Universitäten, im Studium und auch während der Doktorarbeit hört man niemals von der Existenz der Raumenergie. Das Thema existiert dort nicht. Was mir völlig schleierhaft bleibt, ist die Frage, wieso sich solcheLeute dann als Fachleute bezeichnen, wenn sie das Thema gar nicht kennen. Meiner Meinung nach sollten Menschen, die das Thema gar nicht kennen, darauf verzichten, sich als Fachleute dazu auszugeben und sich dazu zu äußern. Dieser Verzicht ist sinnvollerweise tatsächlich das typische Verhalten der Physiker-Kollegen. Sie nehmen zu dem Thema nur Stellung, wenn man sie gezielt danach befragt. Was leider diesem sinnvollen Verhalten fehlt, ist das Bekenntnis des eigenen Unwissens seitens der Befragten. Es ist übrigens innerhalb der Physik bekannt, dass sich nicht jeder Physiker zu jedem Teilgebiet kompetent äußern kann, und es wäre korrektes Verhalten, wenn Physiker dies auch im Bezug auf die Raumenergieforschung zugeben könnten.

 

Die zweite Reaktion zu verstehen fällt mir wesentlich schwerer. Wenn von »… kann ich mir nicht vorstellen« gesprochen wird, oder gar vom »Glauben«, dann hebt der Fachkollege das Phänomen der »Raumenergie« aus der wissenschaftlichen Betrachtung hinaus in eine spirituelle/religiöse Ebene, in der er definitiv keine vertieften Fachkenntnisse vorzuweisen hat. Den Übergang zur geistlichen/spirituellen Ebene bestätigen besonders diejenigen Kollegen, die dafür plädieren, das Phänomen nicht experimentell im Labor zu untersuchen, und die keine klar messbaren Ergebnisse haben möchten. Auf Anfrage nach messtechnischen Untersuchungen wird in diesen Fällen der Wunsch zu praktischen Arbeiten konsequent verweigert.

 

Da diese Grundhaltung der Fachkollegen jeglicher guter naturwissenschaftlicher Praxis zuwiderläuft, ist offensichtlich, dass derartige Antworten seitens der Fachkollegen nicht inhaltlich/physikalisch/fachlich motiviert sein können. Der Naturwissenschaftler will messen und praktisch im Labor untersuchen, die Empirie gilt als das Maß aller Dinge. Eine Verweigerung praktischer Laboruntersuchungen – also ein Verschließen der Augen, das ist das typische Verhalten von Dogmatikern, wie wir sie auch aus dem Mittelalter kennen.

 

Dogmatiker des Mittelalters sagten, die Erde ruhe im Mittelpunkt des Universums. Als Galileo Galilei mit dem kurz zuvor erfundenen Fernrohr den gegenteiligen Beweis erbringen wollte, indem er den Mond und die Sterne beobachtete, weigerten sich die hoch gebildeten und angesehenen Fachkollegen, durch das Fernrohr hindurch zu schauen. Man kann das nicht glauben, man will es nicht sehen, die Dogmen stehen höher als die experimentelle Untersuchung. Galileo Galilei wurde weggesperrt (unter Hausarrest).

 

Dogmatiker gab es zu allen Zeiten, auch im 20. Jahrhundert, und wohl auch heute. Es wird sie immer geben. Es erweckt den Anschein, dass die Befolgung von Dogmen eine fest installierte Schaltung im menschlichen Gehirn ist, und diese sich auch im Laufe der Jahrhunderte nicht ändert. Als Nikolai Kosyrew Anfang des 20. Jahrhunderts mit den stärksten Teleskopen seiner Zeit als Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften am Pulkowo-Observatorium in St. Petersburg den Mond beobachtete und aktiven Vulkanismus dort entdeckte, weigerten sich die Fachkollegen ebenfalls, die experimentellen Beweise zu betrachten. Nikolai Kosyrew wurde zu zehn Jahren Lagerhaft nach Sibirien verbannt. (Allerdings konnte er nach seiner Rückkehr aus Sibirien wieder forschen und sehr viele weitere interessante Dinge entdecken.)

 

Um keine ungerechtfertigten Vorwürfe gegen die Fachkollegen zu erheben, muss man allerdings zugeben, dass die Dogmen in den Köpfen der Menschen so fundamental verschaltet sind, dass die Leute dies praktisch selbst nicht wahrnehmen können. Nur so lässt sich verstehen, dass Fachleute in Bezug auf die Raumenergie plötzlich völlig unwissenschaftlich und emotional reagieren, und die Thematik auf die religiös-spirituelle Ebene heben.

 

Aus Mitleid und um menschliches Verständnis für meine Physiker-Kollegen auszudrücken, möchte ich zum Abschluss dieser Gedanken zwei Geschichten erzählen, die Geschichte des Volks der Wikinger auf Grönland und die Geschichte des Volks der Rapanui auf den Osterinseln. Es sind diesbeides tragische Geschichten, authentisch aus historischen Quellen berichtet, aber Dramen. Vor allem zeigen diese Geschichten, dass die Menschen sich selbst im Wege stehen, ohne es zu merken – denn die Dogmen sind so stark in den Köpfen, dass die Menschen eher in den Tod laufen als ihre Dogmen aufzugeben.

 

Dass im Falle der Raumenergieforschung die Dogmen überwiegend nur in den Köpfen vieler Physiker und einiger Ingenieure vorliegen, nicht aber bei der 99-Prozent-Mehrheit der Menschen, hat wohl seinen Grund in der Tatsache, dass diese Dogmen im Laufe einer jahrelangen Ausbildung eingeimpft werden. Es sind dies Axiome, die eine Blockade der stigmatisierten Köpfe verursachen, die kaum zu überwinden ist. Dafür habe ich Mitleid. Unabhängig davon sollte nicht aus Ohnmacht ein Leiden für die gesamte Menschheit erwachsen, wie es im Falle der Wikinger auf Grönland oder im Falle der Bewohner von Rapanui passiert ist. Beide sind aufgrund ihrer Dogmen als Völker verstorben, wie man in den nachfolgenden Zeilen lesen kann, und es wäre sehr schade, wenn die gesamte Menschheit einem ähnlichen Weg folgen würde – anstatt die geistige Enge Einzelner zu überwinden.

 

Wenn Sie mit einem Physiker/einer Physikerin über die Raumenergie sprechen, und er/sie lehnt experimentelle Untersuchungen ab, dann hat er/sie eben dadurch schon bewiesen, dass er/sie eines der grundlegenden Axiome der Naturwissenschaften missachtet, nämlich die experimentellen Untersuchungen als Richtschnur über alle Erkenntnisgewinnung anzuerkennen. Damit gibt er/siesich als Dogmatiker/in zu erkennen. Mitunter folgt dann das Phänomen, dass jene Fachkollegen, die solchermaßen denken, nichts weiter zu leisten imstande sind als eine mantraartige Repetition ihrer fest verankerten Dogmen in den eigenen Köpfen, zuweilen vermengt mit persönlicher Diskreditierung des Raumenergie-Themas. Aber man muss sich davon nicht beeindrucken lassen. Zum Glück haben alle Menschen das Recht, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Ich sage dies in der Hoffnung, dass wir nicht dem dogmatischen Weg der Wikinger oder der Menschen auf Rapanui, den Osterinseln, folgen.

 

Bevor wir diese beiden Fallbeispiele betrachten wollen, wollen wir uns zunächst einige der wiederholt von Physikern wiedergegebenen Glaubenssätze anschauen, die sich immer wieder in recht ähnlicher Weise wiederholen, denn sie entsprechen dem, was brave Physiker (so auch der Autor des vorliegenden Artikels) in ihrem Studium auswendig lernen. Auswendig gelernt werden dabei logische Gedankenketten bestehend aus einer Aneinanderreihung von Fakten und logischen Verknüpfungen dazwischen. Auf Anfrage, z.B. indem man Physiker um Beurteilung von Raumenergie-Publikationen bittet, tragen die befragten Physiker jenes Erlernte mit innerer Überzeugung vor. Nachfolgend seien diejenigen »Gedichtchen« zitiert, die dem Autor am häufigsten als Rückfragen gemeldet wurden. Wer sich dafür nicht interessiert, kann auch Abschnitt 3 überspringen und direkt zu Abschnitt 4 der Fallbeispiele übergehen.

Die Angst vieler Physiker vor der Raumenergie, eine wissenschaftssoziologische Betrachtung – Teil 1

Claus W. Turtur

 

Fast alle Menschen reagieren interessiert und positiv auf die Raumenergie, ist sie doch eine echte saubere Energie-Alternative, ohne Umweltverschmutzung, ohne Gesundheitsrisiken, kostenlos und unerschöpflich, überall und für alle Menschen frei verfügbar. Die Leute wollen die Erforschung und die Nutzung dieser Energie [*1]. Doch weil diese Forschung von den Fachleuten der Physikergemeinde nicht vorgenommen wird, gibt es viele Menschen, die dieses Thema für so wichtig halten, dass sie sogar auf eigene Faust Untersuchungen ausprobieren – in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten.

 

Ganz anders als die 99-Prozent-Mehrheit der Menschen, die die Raumenergie erforschen und nutzen will, verhalten sich die meisten Physiker. Es ist, wie wir im weiteren Verlauf des Artikels sehen werden, tatsächlich ein emotionales und ein soziologisches Problem. Viele Fachleute bilden die extreme Ausnahme, sie sind die einzige Menschengruppe, die Raumenergie nicht haben will. Es handelt sich dabei meistens um Physiker, manchmal auch um Ingenieure. Sie schweigen zum Thema Raumenergie, als hätten sie Angst darüber zu sprechen. Aus eigenem Antrieb äußern sie sich selten zu diesem Thema, in der Regel reagieren sie nur, wenn man sie daraufhin anspricht,

 

z.B. wenn man sie um ihr fachliches Urteil bittet. Und dann reagieren sie ablehnend, zeigen eine Blockade in den Köpfen, die sie oftmals so geschickt hinter Fachbegriffen verstecken, dass physikalische Laien noch nicht einmal merken können, dass die Antworten unsachlich sind und zumeist auf die bekannten Forschungsergebnisse gar nicht eingehen.

 

Eines der lustigeren Beispiele dessen, was mir als Äußerung eines Fachkollegen zu meinen Ergebnissen der Raumenergieforschung berichtet wurde, ist dies: »Die Arbeiten von Prof. Turtur sind brillant, die Präsentation der Ergebnisse ist vorzüglich, nur leider ist das Thema bloß für eine Faschingsveranstaltung geeignet.« Eigentlich sollte hier sogar allen physikalischen Laien auffallen, dass die Äußerung zu meinen Ergebnissen keine fachliche/inhaltliche Aussage enthält, aber leider ist das Problem, dass die meisten Laien so viel Respekt vor den Fachleuten haben, dass ihnen noch nicht einmal auffällt, dass hier anstelle einer Begutachtung nichts weiter als persönlicher Zynismus emotional dargeboten wurde.

 

Ähnliche Beispiele tauchen immer wieder auf. Unglücklicherweise gefährdet die Groteske der Situation sogar unsere gesamte Gesellschaft in ihrer Existenz und in ihrem Überleben. Da stellt sich die Frage: Warum – um alles in der Welt – verhalten sich Fachleute (oftmals Physiker und manchmal auch Ingenieure) so merkwürdig ?

 

Da die Aussagen der Fachkollegen zur Raumenergieforschung selten fachlichen Charakter haben, sondern in der Regel Fachbegriffe nur heuchlerisch vorgespiegelt werden, macht es keinen Sinn, fachliche Antworten auf die Stellungnahmen der besagten Fachkollegen zu suchen. In Abschnitt 3 werden wir hierzu einige Beispiele betrachten. Der Hintergrund für das Verhalten jener Physiker-Kollegen muss also im psychologischen Bereich gesucht werden. Dort kann man aber nur fündig werden, wenn man sich nicht darauf einlässt, an einer pseudofachlichen Scheindiskussion teilzunehmen, die in Wirklichkeit inhaltslos ist, aber auf solchem Niveau geführt wird, dass außenstehende Nichtphysiker und Laien sie nicht von einer echten fachlichen Diskussion unterscheiden können. Man nennt so etwas in Anlehnung an mittelalterliche Ritterspiele ein »Geplänkel«, aber es ist nicht zielführend. Das Verhalten der besagten Physiker muss auf soziologischer Ebene hintergründet werden. Dies nehme ich zum Anlass, soziologische Gedanken zu der genannten Problematik zu sammeln.

 

Derartige soziologische Überlegungen wurden bereits von Max Planck, einem der Väter der Quantentheorie, sehr treffend beschrieben: »Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass ihre Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.«(Zitiert aus: Wissenschaftliche Selbstbiographie, Johann Ambrosius Barth Verlag, Leipzig, 1948, S.22)

 

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass der großartige Max Planck bereits die selbe Beobachtung machen musste, die wir heute auch machen:

 

Physiker haben zunächst Angst, sich zu neuen Themen zu äußern, und wenn man sie dann danach fragt, also zur Beratung hinzuzieht, äußern sie sich skeptisch. Dies galt seinerzeit bei Max Planck für die von ihm mitentwickelte Quantentheorie offensichtlich in gleicher Weise wie heute für das derzeit neue Fachgebiet der Raumenergieforschung. Also wird das Thema von den Fachleuten so lange komplett ignoriert, bis sie von Bürgern darauf angesprochen werden. Spricht man sie darauf an, so reagieren sie ablehnend, ziehen die Raumenergieforschung ins Lächerliche oder schreiben gar harsch abweisende Kommentare, wobei sie sich zumeist noch nicht einmal die Mühe machen, diese inhaltlich zu begründen. Verschärft wird das Problem durch die Tatsache, dass derartig harsch abweisende Kommentare unter Gebrauch von Fachwörtern der Physik formuliert werden, so dass der Laie noch nicht einmal bemerkt, dass die Kollegen keine fachlichen Begründungen für ihre Aussagen, sondern zumeist nur haltlose Beleidigungen gegen die Raumenergienutzung der damit befassten Forscher absondern. Das ist sehr schade.

 

Deshalb dient der hier vorliegende Artikel u.a. auch dazu, die Menschen darauf hinzuweisen, nicht nur die Publikationen der Raumenergieforschung kritisch zu lesen, sondern auch die Äußerungen von Fachkollegen, die um Stellungnahme zur Raumenergieforschung gebeten wurden.

 

Die Notsituation habe ich vor einiger Zeit versucht mit den nachfolgenden Worten zu beschreiben, aber ich muss inzwischen feststellen, dass die Realität noch viel schwieriger ist. Meine früherenWorte, die ich hier zur Soziologie der Naturwissenschaften nochmals zitieren möchte, sind die folgenden:

 

»Wissenschaftler stehen im Ruf, wissend zu sein. Um ihren guten Ruf nicht zu gefährden, befassen sie sich mit Dingen, die sie wissen, und vermeiden Dinge, von denen sie nichts wissen. Deshalb beschränkt sich die Wissenschaft auf bekannte Fakten und beschäftigt sich nicht mit unbekanntem Neuem. Leider wird dadurch die Erforschung eines neuen Fachgebiets, wie es die Raumenergie nun mal derzeit noch ist, extrem erschwert.«

 

Hätte die Menschheit keine Eile, so wäre das alles kein Problem und man könnte die geistige Trägheit der Fachkollegen mühelos akzeptieren und abwarten, bis das oben genannte Plancksche Kriterium der Akzeptanz erreicht ist. Leider hat die Menschheit Eile, denn die bisher genutzten Energieformen zerstören die Erde als unseren Lebensraum. Wenn wir uns nicht sputen und die Trägheit der Fachwelt überwinden, könnte es kritisch für unser Überleben auf diesem Planeten hier werden. Dass die Gefahr des Aussterbens kein Scherz ist, sondern bitterer Ernst, werde ich im weiteren Verlauf des vorliegenden Artikels anhand zweier Beispiele belegen.

 

2. Wissenschaftssoziologische Beobachtungen:

Menschen, die in ihrem Bekanntenkreis, oder auch von offizieller Stelle, Physiker zur Raumenergie befragt haben, berichten oftmals von typischen Reaktionen seitens der Physiker wie folgt:

 

Erste Reaktion:

»Raumenergie, Energie des Quantenvakuums – nie gehört, was soll das sein?«

Zweite Reaktion:

Nachdem der Kollege sich oberflächlich einige Minuten oder einige Stunden Information verschafft hat oder eine ihm dargebotene Information (mitunter auch nur teilweise) gelesen hat, kommt die Beurteilung:

»Das ist doch alles Humbug, ich kann mir das nicht vorstellen. Ich glaube das nicht.«

Auf jeden Fall wenden sich Fachkollegen sehr häufig strikt gegen eine ernsthafte wissenschaftliche Untersuchung des Phänomens »Raumenergie«.

 

Meine Stellungnahme zu diesen beiden Reaktionen:

 

Für die erste Reaktion habe ich vollstes Verständnis, denn mir ging es ebenso. An Universitäten, im Studium und auch während der Doktorarbeit hört man niemals von der Existenz der Raumenergie. Das Thema existiert dort nicht. Was mir völlig schleierhaft bleibt, ist die Frage, wieso sich solcheLeute dann als Fachleute bezeichnen, wenn sie das Thema gar nicht kennen. Meiner Meinung nach sollten Menschen, die das Thema gar nicht kennen, darauf verzichten, sich als Fachleute dazu auszugeben und sich dazu zu äußern. Dieser Verzicht ist sinnvollerweise tatsächlich das typische Verhalten der Physiker-Kollegen. Sie nehmen zu dem Thema nur Stellung, wenn man sie gezielt danach befragt. Was leider diesem sinnvollen Verhalten fehlt, ist das Bekenntnis des eigenen Unwissens seitens der Befragten. Es ist übrigens innerhalb der Physik bekannt, dass sich nicht jeder Physiker zu jedem Teilgebiet kompetent äußern kann, und es wäre korrektes Verhalten, wenn Physiker dies auch im Bezug auf die Raumenergieforschung zugeben könnten.

 

Die zweite Reaktion zu verstehen fällt mir wesentlich schwerer. Wenn von »… kann ich mir nicht vorstellen« gesprochen wird, oder gar vom »Glauben«, dann hebt der Fachkollege das Phänomen der »Raumenergie« aus der wissenschaftlichen Betrachtung hinaus in eine spirituelle/religiöse Ebene, in der er definitiv keine vertieften Fachkenntnisse vorzuweisen hat. Den Übergang zur geistlichen/spirituellen Ebene bestätigen besonders diejenigen Kollegen, die dafür plädieren, das Phänomen nicht experimentell im Labor zu untersuchen, und die keine klar messbaren Ergebnisse haben möchten. Auf Anfrage nach messtechnischen Untersuchungen wird in diesen Fällen der Wunsch zu praktischen Arbeiten konsequent verweigert.

 

Da diese Grundhaltung der Fachkollegen jeglicher guter naturwissenschaftlicher Praxis zuwiderläuft, ist offensichtlich, dass derartige Antworten seitens der Fachkollegen nicht inhaltlich/physikalisch/fachlich motiviert sein können. Der Naturwissenschaftler will messen und praktisch im Labor untersuchen, die Empirie gilt als das Maß aller Dinge. Eine Verweigerung praktischer Laboruntersuchungen – also ein Verschließen der Augen, das ist das typische Verhalten von Dogmatikern, wie wir sie auch aus dem Mittelalter kennen.

 

Dogmatiker des Mittelalters sagten, die Erde ruhe im Mittelpunkt des Universums. Als Galileo Galilei mit dem kurz zuvor erfundenen Fernrohr den gegenteiligen Beweis erbringen wollte, indem er den Mond und die Sterne beobachtete, weigerten sich die hoch gebildeten und angesehenen Fachkollegen, durch das Fernrohr hindurch zu schauen. Man kann das nicht glauben, man will es nicht sehen, die Dogmen stehen höher als die experimentelle Untersuchung. Galileo Galilei wurde weggesperrt (unter Hausarrest).

 

Dogmatiker gab es zu allen Zeiten, auch im 20. Jahrhundert, und wohl auch heute. Es wird sie immer geben. Es erweckt den Anschein, dass die Befolgung von Dogmen eine fest installierte Schaltung im menschlichen Gehirn ist, und diese sich auch im Laufe der Jahrhunderte nicht ändert. Als Nikolai Kosyrew Anfang des 20. Jahrhunderts mit den stärksten Teleskopen seiner Zeit als Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften am Pulkowo-Observatorium in St. Petersburg den Mond beobachtete und aktiven Vulkanismus dort entdeckte, weigerten sich die Fachkollegen ebenfalls, die experimentellen Beweise zu betrachten. Nikolai Kosyrew wurde zu zehn Jahren Lagerhaft nach Sibirien verbannt. (Allerdings konnte er nach seiner Rückkehr aus Sibirien wieder forschen und sehr viele weitere interessante Dinge entdecken.)

 

Um keine ungerechtfertigten Vorwürfe gegen die Fachkollegen zu erheben, muss man allerdings zugeben, dass die Dogmen in den Köpfen der Menschen so fundamental verschaltet sind, dass die Leute dies praktisch selbst nicht wahrnehmen können. Nur so lässt sich verstehen, dass Fachleute in Bezug auf die Raumenergie plötzlich völlig unwissenschaftlich und emotional reagieren, und die Thematik auf die religiös-spirituelle Ebene heben.

 

Aus Mitleid und um menschliches Verständnis für meine Physiker-Kollegen auszudrücken, möchte ich zum Abschluss dieser Gedanken zwei Geschichten erzählen, die Geschichte des Volks der Wikinger auf Grönland und die Geschichte des Volks der Rapanui auf den Osterinseln. Es sind diesbeides tragische Geschichten, authentisch aus historischen Quellen berichtet, aber Dramen. Vor allem zeigen diese Geschichten, dass die Menschen sich selbst im Wege stehen, ohne es zu merken – denn die Dogmen sind so stark in den Köpfen, dass die Menschen eher in den Tod laufen als ihre Dogmen aufzugeben.

 

Dass im Falle der Raumenergieforschung die Dogmen überwiegend nur in den Köpfen vieler Physiker und einiger Ingenieure vorliegen, nicht aber bei der 99-Prozent-Mehrheit der Menschen, hat wohl seinen Grund in der Tatsache, dass diese Dogmen im Laufe einer jahrelangen Ausbildung eingeimpft werden. Es sind dies Axiome, die eine Blockade der stigmatisierten Köpfe verursachen, die kaum zu überwinden ist. Dafür habe ich Mitleid. Unabhängig davon sollte nicht aus Ohnmacht ein Leiden für die gesamte Menschheit erwachsen, wie es im Falle der Wikinger auf Grönland oder im Falle der Bewohner von Rapanui passiert ist. Beide sind aufgrund ihrer Dogmen als Völker verstorben, wie man in den nachfolgenden Zeilen lesen kann, und es wäre sehr schade, wenn die gesamte Menschheit einem ähnlichen Weg folgen würde – anstatt die geistige Enge Einzelner zu überwinden.

 

Wenn Sie mit einem Physiker/einer Physikerin über die Raumenergie sprechen, und er/sie lehnt experimentelle Untersuchungen ab, dann hat er/sie eben dadurch schon bewiesen, dass er/sie eines der grundlegenden Axiome der Naturwissenschaften missachtet, nämlich die experimentellen Untersuchungen als Richtschnur über alle Erkenntnisgewinnung anzuerkennen. Damit gibt er/siesich als Dogmatiker/in zu erkennen. Mitunter folgt dann das Phänomen, dass jene Fachkollegen, die solchermaßen denken, nichts weiter zu leisten imstande sind als eine mantraartige Repetition ihrer fest verankerten Dogmen in den eigenen Köpfen, zuweilen vermengt mit persönlicher Diskreditierung des Raumenergie-Themas. Aber man muss sich davon nicht beeindrucken lassen. Zum Glück haben alle Menschen das Recht, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Ich sage dies in der Hoffnung, dass wir nicht dem dogmatischen Weg der Wikinger oder der Menschen auf Rapanui, den Osterinseln, folgen.

 

Bevor wir diese beiden Fallbeispiele betrachten wollen, wollen wir uns zunächst einige der wiederholt von Physikern wiedergegebenen Glaubenssätze anschauen, die sich immer wieder in recht ähnlicher Weise wiederholen, denn sie entsprechen dem, was brave Physiker (so auch der Autor des vorliegenden Artikels) in ihrem Studium auswendig lernen. Auswendig gelernt werden dabei logische Gedankenketten bestehend aus einer Aneinanderreihung von Fakten und logischen Verknüpfungen dazwischen. Auf Anfrage, z.B. indem man Physiker um Beurteilung von Raumenergie-Publikationen bittet, tragen die befragten Physiker jenes Erlernte mit innerer Überzeugung vor. Nachfolgend seien diejenigen »Gedichtchen« zitiert, die dem Autor am häufigsten als Rückfragen gemeldet wurden. Wer sich dafür nicht interessiert, kann auch Abschnitt 3 überspringen und direkt zu Abschnitt 4 der Fallbeispiele übergehen.


20.01.2013
 

Die Angst vieler Physiker vor der Raumenergie, eine wissenschaftssoziologische Betrachtung – Teil 2

Claus W. Turtur

Fast alle Menschen reagieren interessiert und positiv auf die Raumenergie, ist sie doch eine echte saubere Energie-Alternative, ohne Umweltverschmutzung, ohne Gesundheitsrisiken, kostenlos und unerschöpflich, überall und für alle Menschen frei verfügbar. Die Leute wollen die Erforschung und die Nutzung dieser Energie [*1]. Doch weil diese Forschung von den Fachleuten der Physikergemeinde nicht vorgenommen wird, gibt es viele Menschen, die dieses Thema für so wichtig halten, dass sie sogar auf eigene Faust Untersuchungen ausprobieren – in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten.


Fortsetzung:

 

3. Von Physikern zuweilen rezitierte Dogmen oder weit verbreitete Reaktionen:

Ÿ  »Raumenergie-Forschung – das ist doch pseudowissenschaftlicher Quatsch, weil...«

Ÿ  ». . . . weil es dem Ersten Hauptsatz der Thermodynamik widerspricht. Man kann doch nicht Energie aus dem Nichts herstellen.«

 

Zur Richtigstellung sei erläutert:

Natürlich kann man keine Energie aus dem Nichts herstellen, da haben die Physiker völlig Recht. Was in der Aussage übersehen wird, ist die Tatsache, dass gar keine Energie hergestellt wird. In

Wirklichkeit ist die Energie nämlich bereits im Quantenvakuum vorhanden, unter dem Namen »Nullpunktsenergie elektromagnetischer Wellen des Quantenvakuums« – und unter diesem Namen wird sie sogar in vielen Standard-Physiklehrbüchern aufgeführt.

 

Ende des 18. Jahrhunderts (anno 1798) hat Benjamin Thompson die Wärme als Energieform erkannt, und zwar beim Bohren von Kanonenrohren. Durch diese Erkenntnis hat er die Wärme als Energieform nutzbar gemacht. Anfang des 20. Jahrhunderts hat Albert Einstein in der Theorie, und bald darauf Marie Curie in der Praxis, die Materie als Energieform erkannt (E=mc2) (spezielle Relativitätstheorie, anno 1905). Und im Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert lernen die Menschen, die Nullpunkts­energie des Quantenvakuums zu nutzen. Es ist eine Teilaussage eines von dem russischen Wirtschafts­wissenschaftler Nikolai Kondratjew erkannten soziologischen Phänomens, dass die Menschheit in gewissen, annähernd gleich bleibenden Zeitabständen immer wieder neue Entdeckungen vergleich­barer Art macht [*2]. Wenn man die Zeitabstände betrachtet, ist die Raumenergie für die Entdeckung als Energieform jetzt reif (es ergibt sich ein Kondratjew-Zyklus von 107 Jahren):

Anno 1798 + 107 Jahre = anno 1905.

Anno 1905 + 107 Jahre = anno 2012.

Man ist fast verleitet, zurückrechnen zu wollen, ob man zuvor auch eine große Energie-Entdeckung finden kann:

Anno 1798 - 107 Jahre = anno 1691.

Man wird die Frage stellen wollen, welche große Energie-Erfindung im Jahre 1691 passierte?

 

Bei Wikipedia wird man fündig: Die Einführung der Dampfmaschine durch Denis Papin [*3] anno 1690. Nun gut, es gab auch vorher schon Versuche und auch später noch Verbesserungen, siehe Blasco de Garay (1543),  Thomas Savery (1698), Thomas Newcomen (1712), James Watt (1769) [*3], aber: Es gab ja auch seit den 1920er Jahren immer wieder Versuche zur Einführung von Raumenergie-Konvertern, und es wird auch nach 2012 noch weitere geben.

 

Mit kurzen Worten:

Alles, was die Raumenergie-Forschung macht, ist dies: Die Physik hat eine neue Energieform entdeckt, und die Raumenergieforscher befassen sich mit deren Nutzung.

Ÿ  ». . . . weil es dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik widerspricht.«

 

Manchmal werden von Physikern Details ausgeführt: Die aus dem Quantenvakuum gewonnene Energie ließe sich natürlich nutzen, um einen Zustand in einem Potenzial zu erhöhen, was wiederum zu einer Verringerung der Entropie genutzt werden könnte. Und das kann eben nach dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nicht sein.

 

Zur Richtigstellung sei erläutert:

Die Extraktion von Nullpunktsenergie des Quantenvakuums aus dem Raum selbst führt zu einer Verminderung der Energiedichte des Raums und erhöht somit konsequenterweise die Entropie desQuantenvakuums. In der Weise, in der in unserem klassischen System die Entropie verringert wird, wird im Quantenvakuum die Entropie erhöht, so dass die Raumenergienutzung auf einem Entropie-Austausch zwischen unseren klassischen Systemen und dem Quantenvakuum beruht. Mit der Raumenergie-Wandlung ist also immer auch eine Raumentropie-Wandlung verbunden.

 

Die beiden Fachkollegen Arkadii A. Popov und Sergey V. Sushkov haben das vor wenigen Jahren sehr schön bewiesen über eine Verminderung der ponderablen Masse des Raums (entsprechend der Energie-Masse-Äquivalenz), die in der Sichtweise der allgemeinen Relativitätstheorie eine Veränderung der Krümmung der vierdimensionalen Raum-Zeit zur Folge hat, welche wiederum letztlich zu einer Veränderung der kosmologischen Konstante Λ führt. Popov und Sushkov haben dies auf theoretischem Wege durch Lösen der Einsteinschen Feldgleichungen demonstriert und führen weiterhin aus, dass das elektrostatische Feld in Kombination mit Vaku­um­fluktuationen einen Einfluss auf die Krümmung der Raum-Zeit nimmt.

 

Mit kurzen Worten:

Wenn ich im Ofen ein Stück Holz verheize, wandle ich die chemische Energie des Holzes und des Luftsauerstoffs in Wärmeenergie. Ähnlich verheize ich mit einem Raumenergie-Motor ein Stück Raum und wandle dessen Energie in elektrische Energie oder in mechanische Energie.

Ÿ  ». . . . weil die Nullpunktswellen im Quantenvakuum einen Grundzustand darstellen, und nach den Regeln der Quantentheorie kann man einem Grundzustand keine Energie entziehen.«

 

Zur Richtigstellung sei erläutert:

Dies entspricht der in der Quantentheorie üblichen Sichtweise, Energie aus dem Übergang zwischen Energieniveaus (so genannten Quantenzuständen) zu berechnen. Dass diese Sichtweiseim Falle der Raumenergie nicht anwendbar ist, beweist bereits der Casimir-Effekt, der von den meisten Physiker-Kollegen auch 49 Jahre lang verlacht wurde, seit 1997 aber aufgrund von Messungen allgemein anerkannt ist. Im Falle des Casimir-Effekts haben sich die Fachkollegen schließlich dazu durchringen können, ihre emotionale Distanz zur Raumenergie zu überwinden und eine experimentelle Überprüfung vorzunehmen.

 

Das Entscheidende dabei ist: Sowohl beim Casimir-Effekt als auch bei anderen Arten der Raumenergie-Wandlung werden Nullpunktswellen (des Quantenvakuums) ausgelöscht oder verändert. Damit kommen wir wieder auf unseren Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik zurück, namentlich auf die dort beschriebene Veränderung des Raumes im Falle der Raumenergienutzung. Wenn wir Raumenergie nutzen, verheizen wir ein wenig des Raums (also des Quantenvakuums), und wir sehen hier, in welcher Weise wir diese Veränderung des Raumes vornehmen, nämlich indem wir die Nullpunktswellen in Energie umwandeln.


Ÿ  »wenn wir aber den Raum verheizen – schädigen wir dann nicht auf Dauer den Raum und damit auch unsere Umwelt?  . . . .«

 

Dieses Argument ist übrigens eine sinnvolle Frage, die immer wieder von Menschen gestellt wird. Die Antwort lautet:

 

Immer wenn wir Handlungen vornehmen, verändern wir unsere Umwelt, sogar wenn wir essen. Auch der Autor des vorliegenden Artikels nimmt Nahrung zu sich und lebt damit, diese in eine andereForm umzuwandeln, den Lesern dieser Zeilen wird es in der Regel ebenso gehen. Die Frage ist nicht, ob wir unsere Umwelt verändern, sondern ob wir unsere Umwelt nachteilig oder merklich verändern oder nicht.

 

Im Falle der Raumenergie-Wandlung verändern wir die Umwelt unmerklich. Das gesamte Universum ist so riesengroß, dass der Energiehunger der Menschheit in Vergleich dazu vernachlässigbar klein ist. Und das gesamte Universum ist voll von Raum, den wir nutzen können. Ich vergleiche die Situation mit einem Menschen, der an den wundervollen Sandstrand des Meeres reist, dort einen Finger ins Wasser streckt, um einen Tropfen davon zu schmecken. Wenn man anschließend die Fische fragt, ob es im Ozean eng wird, weil Wasser entnommen wurde, so werden die Meerestiere den Wassermangel sicherlich nicht bemerken.

 

ŸZuweilen bekommen Menschen, die Physiker in ihrem Bekannten- oder Freundeskreis nach der Raumenergie befragen, Antworten in der Art wie die beiden folgenden, die sie mir dann weitergeben. Ich will die beiden Antworten exemplarisch für weitere Antworten kurz auszugsweise wiedergeben und jeweils im Anschluss daran kommentieren.

 

Beispiel 1:

Der Physiker schreibt: »Obwohl ich vielfach Manuskripte zugesandt bekomme, habe ich es mir zum Grundsatz gemacht, stets 30 min. für ein Dokument zu investieren. … Diese halbe Stunde reicht in der Regel aus, den entscheidenden Fehler in der Argumentation zu finden. So war es auch bei Ihrem Manuskript.

 

Ihr Ansatz mithilfe klassischer Kugelschalen … ist zu stark vereinfacht, weshalb Sie am Ende zu falschen Schlussfolgerungen gelangen. Für derartige Überlegungen ist es notwendig, von den Maxwell-Gleichungen auszugehen und die Differenzialgleichungen inklusive des Eigenfeldes der Ladung aufzustellen, um die dynamischen Effekte abzuleiten. Diese genauere Betrachtung liefert dann auch wieder das beruhigende Ergebnis: Die Gesamtenergie bleibt erhalten. … Was auch immer Sie experimentell beobachtet haben, Ihre zugrunde liegende theoretische 
Berechnung und die darauf beruhenden Schlussfolgerungen sind definitiv falsch.«

 

Mein Kommentar dazu:

Ich würde mich schämen, wenn ich so vermessen wäre, eine wissenschaftliche Arbeit in einer halben Stunde beurteilen zu können. Damit bestätigt der Kollege, dass er meine Arbeit nichternsthaft angeschaut hat und nicht den Versuch unternehmen wird, sie zu lesen. Entsprechend inhaltslos ist seine Antwort zu meinen Arbeiten.

 

Er nennt ein paar wohlklingende Schlagworte wie »Maxwell-Gleichungen«, »Differenzialgleichungen«, »Eigenfeld der Ladung«, wobei es ihm egal ist, dass diese Schlagworte noch nicht einmal in den Zusammenhang meiner Überlegungen passen. Wohlklingende Schlagworte – sie beeindrucken den Laien und machen den Nichtphysiker mundtot. Eine verständliche Erklärung von Schwierigkeiten oder Fehlern in meiner Arbeit enthalten sie nicht.

 

Es folgt ein emotionaler Ausdruck wie »das beruhigende Ergebnis«. Der Kollege sucht also emotionale Beruhigung. Was er nicht sucht, ist ein inhaltlicher Umgang mit meinen Ergebnissen. Meine experimentellen Ergebnisse werden abgetan mit einem Nebensatz, in unserem Beispiel so: »Was auch immer Sie experimentell beobachtet haben,…«. Der Kollege vermag mir nicht zu widersprechen, kann mein Experiment auch nicht widerlegen, aber seine zuvor zum Ausdruck gebrachten Emotionen erlauben es ihm nicht, über den tatsächlichen Befund meiner Naturbeobachtung nachzudenken oder gar zu sprechen. Also werden meine experimentellen Befunde schlichtweg ignoriert und der Nebensatz in einem Satz abgeschlossen mit den Worten »Schlussfolgerungen sind definitiv falsch«. Hauptsache »falsch«, auch wenn der Kollege keinerlei Idee hat, diese Behauptung begründen zu können. Die wohlklingenden Worthülsen, die er zuvor gab, ohne dass diese einen Zusammenhang zu meinen Arbeiten hätten, sind jedenfalls ungeeignet, die fehlende Begründung zu ersetzen.

 

Das Aufbauschema der Antworten aus Physikermund ist meistens ungefähr dasselbe: Man demonstriert eigene Kompetenz, ergeht sich in einigen Fällen in inhaltlosen Worthülsen, um den Laien zu beeindrucken, aber eine Stellungnahme zu meinen Arbeiten unterbleibt, ebenso wie man sich nicht die Mühe macht, meine Arbeiten durchzulesen. Die Schlussfolgerung ist dann eine rein emotionale Ablehnung meiner Ergebnisse. Das nächste Beispiel bringt dies noch wesentlich deutlicher auf den Punkt.

 

Zu dieser Taktik gehört übrigens auch noch der Trick mancher Physiker, offene Fragen zu benennen, die ich zuerst noch beantworten muss, bevor man meine Ergebnisse als gesichert betrachten und ernst nehmen kann. Die offenen Fragen sind dann so umfangreich, dass ich ersteinmal für etliche Jahre im stillen Kämmerchen theoretische Berechnungen anstellen müsste, bevor ich mich wieder zu Wort melden dürfte. Würde ich offene Fragen beantworten, dann würde mir das aber in keiner Weise helfen, akzeptiert zu werden, sondern es würden nur weitere offene Fragen aufgeworfen werden. Dieses Spiel kann man fortführen bis zu meinem körperlichen Tod – die dafür nötigen Jahrzehnte sind ja problemlos vorhanden, solange ich sonst nichts mache als mich mit Fragen zumüllen zu lassen. Ich habe dies mit einfacheren Fragen, die man kurzfristig beantworten kann, ausprobiert. Man nimmt meine Antworten wohlwollend zur Kenntnis und stellt die nächsten Fragen. Ein Ende der Fragerunde wird niemals absehbar, so dass sich niemals die Möglichkeit ergibt, mir die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die ich bräuchte, um den praktischen Raumenergiemotor tatsächlich bauen zu dürfen.

 

Die witzigste noch zu lösende Aufgabe, die ich zuerst bewältigen müsste, bevor man meine Arbeiten ernst nehmen könne, war die eines Kollegen mit der Frage: »Es könnte sein, dass der Rotor des Kollegen Turtur sich aufgrund Schwerkraft dreht. Professor Turtur sollte also seinen Rotor unter Ausschluss der Schwerkraft und unter erhöhter Schwerkraft testen, zum einen also im Space Shuttle und zum anderen auf der Oberfläche des Planeten Jupiter, um dies klar zu stellen.« Das ist doch Irrsinn – wenn man mir schon nicht die Ressourcen für einfache Laborarbeiten auf der Erde gibt, wie soll ich dann meinen Aufbau in denSpace Shuttle bringen?  Und wie soll ich mit meinen privaten Mitteln, mit denen ich meine Forschungsarbeiten von meinem Haushaltsgeld finanziere, eine Weltraumstation auf dem Jupiter bauen?

 

Beispiel 2:

Der Physiker schreibt: »Ich war mal eine Zeit lang zuständig für die Beantwortung von Zuschriften von Menschen, die die Relativitätstheorie oder die Quantentheorie für falsch hielten oder die ein einfaches Modell für die vielen Rätsel der Physik hatten, von denen sie gehört hatten. Von all denen ist der Herr Turtur der netteste.«

 

Mein Kommentar dazu:

Der Mann ist konsequent. Er macht sich gar nicht erst die Mühe, inhaltlich auf meine Arbeiten einzugehen, was durchaus kein Einzelfall für die Reaktion eines Physikers ist. Er zitiert seine ehemalige Zuständigkeit, um seine Kompetenz zu untermauern und sich zum Richter über »wahr« und »falsch« zu erheben (was ich für einen göttlichen Anspruch halte). Und dann schiebt er mich ineine Ecke mit Menschen, »die die Relativitätstheorie oder die Quantentheorie für falsch hielten«, was absoluter Unsinn ist, denn meine Arbeiten bauen auf der Relativitätstheorie und auf der Quantentheorie ebenso auf wie auf anderen theoretischen Aussagen der Physik. Er diskreditiert mich damit, indem er mich in eine Scharlatan-Ecke schiebt, was nur möglich ist, weil er meine Arbeiten nicht betrachtet hat – denn hätte er meine Arbeiten gelesen, dann könnte er mir niemals fälschlicherweise unterstellen, ich hielte »die Relativitätstheorie oder die Quantentheorie für falsch«. Innerhalb der Physikergemeinde ist so etwas ein glatter Rufmord, und dass er am Schluss noch eine Emotion heuchelt (mit den Worten »Herr Turtur der netteste«) entschuldigt nicht  sein Verhalten.

 

Es gibt noch eine Anzahl weiterer Standard-Storys auswendig gelernter Physik, auf deren Wiedergabe jetzt verzichtet werden soll. Auch auf eine weitere Sezierung weiterer Äußerungen von Physikern möchte ich verzichten. Die Wiedergaben der Physiker-Kommentare habe ich hier bewusst soweit abstrakt gehalten, zum Teil entfremdet, dass sich keine existierende Persönlichkeit angesprochen fühlen kann. Ich möchte nur symptomatisch die Problematik beschreiben, nicht aber persönliche Feinde auf mich ziehen.

 

Wir wenden uns nun den Folgen solchen Verhaltens seitens der Fachwelt zu, namentlich den Auswirkungen dieses Verhaltens auf den weiteren Lebensweg der gesamten Menschheit. Dazu betrachten wir das Schicksal der Wikinger und das  der Menschen auf Rapanui, den Osterinseln.

20.01.2013
 

Die Angst vieler Physiker vor der Raumenergie, eine wissenschaftssoziologische Betrachtung – Teil 2

Claus W. Turtur

Fast alle Menschen reagieren interessiert und positiv auf die Raumenergie, ist sie doch eine echte saubere Energie-Alternative, ohne Umweltverschmutzung, ohne Gesundheitsrisiken, kostenlos und unerschöpflich, überall und für alle Menschen frei verfügbar. Die Leute wollen die Erforschung und die Nutzung dieser Energie [*1]. Doch weil diese Forschung von den Fachleuten der Physikergemeinde nicht vorgenommen wird, gibt es viele Menschen, die dieses Thema für so wichtig halten, dass sie sogar auf eigene Faust Untersuchungen ausprobieren – in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten.


Fortsetzung:

 

3. Von Physikern zuweilen rezitierte Dogmen oder weit verbreitete Reaktionen:

Ÿ  »Raumenergie-Forschung – das ist doch pseudowissenschaftlicher Quatsch, weil...«

Ÿ  ». . . . weil es dem Ersten Hauptsatz der Thermodynamik widerspricht. Man kann doch nicht Energie aus dem Nichts herstellen.«

 

Zur Richtigstellung sei erläutert:

Natürlich kann man keine Energie aus dem Nichts herstellen, da haben die Physiker völlig Recht. Was in der Aussage übersehen wird, ist die Tatsache, dass gar keine Energie hergestellt wird. In

Wirklichkeit ist die Energie nämlich bereits im Quantenvakuum vorhanden, unter dem Namen »Nullpunktsenergie elektromagnetischer Wellen des Quantenvakuums« – und unter diesem Namen wird sie sogar in vielen Standard-Physiklehrbüchern aufgeführt.

 

Ende des 18. Jahrhunderts (anno 1798) hat Benjamin Thompson die Wärme als Energieform erkannt, und zwar beim Bohren von Kanonenrohren. Durch diese Erkenntnis hat er die Wärme als Energieform nutzbar gemacht. Anfang des 20. Jahrhunderts hat Albert Einstein in der Theorie, und bald darauf Marie Curie in der Praxis, die Materie als Energieform erkannt (E=mc2) (spezielle Relativitätstheorie, anno 1905). Und im Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert lernen die Menschen, die Nullpunkts­energie des Quantenvakuums zu nutzen. Es ist eine Teilaussage eines von dem russischen Wirtschafts­wissenschaftler Nikolai Kondratjew erkannten soziologischen Phänomens, dass die Menschheit in gewissen, annähernd gleich bleibenden Zeitabständen immer wieder neue Entdeckungen vergleich­barer Art macht [*2]. Wenn man die Zeitabstände betrachtet, ist die Raumenergie für die Entdeckung als Energieform jetzt reif (es ergibt sich ein Kondratjew-Zyklus von 107 Jahren):

Anno 1798 + 107 Jahre = anno 1905.

Anno 1905 + 107 Jahre = anno 2012.

Man ist fast verleitet, zurückrechnen zu wollen, ob man zuvor auch eine große Energie-Entdeckung finden kann:

Anno 1798 - 107 Jahre = anno 1691.

Man wird die Frage stellen wollen, welche große Energie-Erfindung im Jahre 1691 passierte?

 

Bei Wikipedia wird man fündig: Die Einführung der Dampfmaschine durch Denis Papin [*3] anno 1690. Nun gut, es gab auch vorher schon Versuche und auch später noch Verbesserungen, siehe Blasco de Garay (1543),  Thomas Savery (1698), Thomas Newcomen (1712), James Watt (1769) [*3], aber: Es gab ja auch seit den 1920er Jahren immer wieder Versuche zur Einführung von Raumenergie-Konvertern, und es wird auch nach 2012 noch weitere geben.

 

Mit kurzen Worten:

Alles, was die Raumenergie-Forschung macht, ist dies: Die Physik hat eine neue Energieform entdeckt, und die Raumenergieforscher befassen sich mit deren Nutzung.

Ÿ  ». . . . weil es dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik widerspricht.«

 

Manchmal werden von Physikern Details ausgeführt: Die aus dem Quantenvakuum gewonnene Energie ließe sich natürlich nutzen, um einen Zustand in einem Potenzial zu erhöhen, was wiederum zu einer Verringerung der Entropie genutzt werden könnte. Und das kann eben nach dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nicht sein.

 

Zur Richtigstellung sei erläutert:

Die Extraktion von Nullpunktsenergie des Quantenvakuums aus dem Raum selbst führt zu einer Verminderung der Energiedichte des Raums und erhöht somit konsequenterweise die Entropie desQuantenvakuums. In der Weise, in der in unserem klassischen System die Entropie verringert wird, wird im Quantenvakuum die Entropie erhöht, so dass die Raumenergienutzung auf einem Entropie-Austausch zwischen unseren klassischen Systemen und dem Quantenvakuum beruht. Mit der Raumenergie-Wandlung ist also immer auch eine Raumentropie-Wandlung verbunden.

 

Die beiden Fachkollegen Arkadii A. Popov und Sergey V. Sushkov haben das vor wenigen Jahren sehr schön bewiesen über eine Verminderung der ponderablen Masse des Raums (entsprechend der Energie-Masse-Äquivalenz), die in der Sichtweise der allgemeinen Relativitätstheorie eine Veränderung der Krümmung der vierdimensionalen Raum-Zeit zur Folge hat, welche wiederum letztlich zu einer Veränderung der kosmologischen Konstante Λ führt. Popov und Sushkov haben dies auf theoretischem Wege durch Lösen der Einsteinschen Feldgleichungen demonstriert und führen weiterhin aus, dass das elektrostatische Feld in Kombination mit Vaku­um­fluktuationen einen Einfluss auf die Krümmung der Raum-Zeit nimmt.

 

Mit kurzen Worten:

Wenn ich im Ofen ein Stück Holz verheize, wandle ich die chemische Energie des Holzes und des Luftsauerstoffs in Wärmeenergie. Ähnlich verheize ich mit einem Raumenergie-Motor ein Stück Raum und wandle dessen Energie in elektrische Energie oder in mechanische Energie.

Ÿ  ». . . . weil die Nullpunktswellen im Quantenvakuum einen Grundzustand darstellen, und nach den Regeln der Quantentheorie kann man einem Grundzustand keine Energie entziehen.«

 

Zur Richtigstellung sei erläutert:

Dies entspricht der in der Quantentheorie üblichen Sichtweise, Energie aus dem Übergang zwischen Energieniveaus (so genannten Quantenzuständen) zu berechnen. Dass diese Sichtweiseim Falle der Raumenergie nicht anwendbar ist, beweist bereits der Casimir-Effekt, der von den meisten Physiker-Kollegen auch 49 Jahre lang verlacht wurde, seit 1997 aber aufgrund von Messungen allgemein anerkannt ist. Im Falle des Casimir-Effekts haben sich die Fachkollegen schließlich dazu durchringen können, ihre emotionale Distanz zur Raumenergie zu überwinden und eine experimentelle Überprüfung vorzunehmen.

 

Das Entscheidende dabei ist: Sowohl beim Casimir-Effekt als auch bei anderen Arten der Raumenergie-Wandlung werden Nullpunktswellen (des Quantenvakuums) ausgelöscht oder verändert. Damit kommen wir wieder auf unseren Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik zurück, namentlich auf die dort beschriebene Veränderung des Raumes im Falle der Raumenergienutzung. Wenn wir Raumenergie nutzen, verheizen wir ein wenig des Raums (also des Quantenvakuums), und wir sehen hier, in welcher Weise wir diese Veränderung des Raumes vornehmen, nämlich indem wir die Nullpunktswellen in Energie umwandeln.


Ÿ  »wenn wir aber den Raum verheizen – schädigen wir dann nicht auf Dauer den Raum und damit auch unsere Umwelt?  . . . .«

 

Dieses Argument ist übrigens eine sinnvolle Frage, die immer wieder von Menschen gestellt wird. Die Antwort lautet:

 

Immer wenn wir Handlungen vornehmen, verändern wir unsere Umwelt, sogar wenn wir essen. Auch der Autor des vorliegenden Artikels nimmt Nahrung zu sich und lebt damit, diese in eine andereForm umzuwandeln, den Lesern dieser Zeilen wird es in der Regel ebenso gehen. Die Frage ist nicht, ob wir unsere Umwelt verändern, sondern ob wir unsere Umwelt nachteilig oder merklich verändern oder nicht.

 

Im Falle der Raumenergie-Wandlung verändern wir die Umwelt unmerklich. Das gesamte Universum ist so riesengroß, dass der Energiehunger der Menschheit in Vergleich dazu vernachlässigbar klein ist. Und das gesamte Universum ist voll von Raum, den wir nutzen können. Ich vergleiche die Situation mit einem Menschen, der an den wundervollen Sandstrand des Meeres reist, dort einen Finger ins Wasser streckt, um einen Tropfen davon zu schmecken. Wenn man anschließend die Fische fragt, ob es im Ozean eng wird, weil Wasser entnommen wurde, so werden die Meerestiere den Wassermangel sicherlich nicht bemerken.

 

ŸZuweilen bekommen Menschen, die Physiker in ihrem Bekannten- oder Freundeskreis nach der Raumenergie befragen, Antworten in der Art wie die beiden folgenden, die sie mir dann weitergeben. Ich will die beiden Antworten exemplarisch für weitere Antworten kurz auszugsweise wiedergeben und jeweils im Anschluss daran kommentieren.

 

Beispiel 1:

Der Physiker schreibt: »Obwohl ich vielfach Manuskripte zugesandt bekomme, habe ich es mir zum Grundsatz gemacht, stets 30 min. für ein Dokument zu investieren. … Diese halbe Stunde reicht in der Regel aus, den entscheidenden Fehler in der Argumentation zu finden. So war es auch bei Ihrem Manuskript.

 

Ihr Ansatz mithilfe klassischer Kugelschalen … ist zu stark vereinfacht, weshalb Sie am Ende zu falschen Schlussfolgerungen gelangen. Für derartige Überlegungen ist es notwendig, von den Maxwell-Gleichungen auszugehen und die Differenzialgleichungen inklusive des Eigenfeldes der Ladung aufzustellen, um die dynamischen Effekte abzuleiten. Diese genauere Betrachtung liefert dann auch wieder das beruhigende Ergebnis: Die Gesamtenergie bleibt erhalten. … Was auch immer Sie experimentell beobachtet haben, Ihre zugrunde liegende theoretische 
Berechnung und die darauf beruhenden Schlussfolgerungen sind definitiv falsch.«

 

Mein Kommentar dazu:

Ich würde mich schämen, wenn ich so vermessen wäre, eine wissenschaftliche Arbeit in einer halben Stunde beurteilen zu können. Damit bestätigt der Kollege, dass er meine Arbeit nichternsthaft angeschaut hat und nicht den Versuch unternehmen wird, sie zu lesen. Entsprechend inhaltslos ist seine Antwort zu meinen Arbeiten.

 

Er nennt ein paar wohlklingende Schlagworte wie »Maxwell-Gleichungen«, »Differenzialgleichungen«, »Eigenfeld der Ladung«, wobei es ihm egal ist, dass diese Schlagworte noch nicht einmal in den Zusammenhang meiner Überlegungen passen. Wohlklingende Schlagworte – sie beeindrucken den Laien und machen den Nichtphysiker mundtot. Eine verständliche Erklärung von Schwierigkeiten oder Fehlern in meiner Arbeit enthalten sie nicht.

 

Es folgt ein emotionaler Ausdruck wie »das beruhigende Ergebnis«. Der Kollege sucht also emotionale Beruhigung. Was er nicht sucht, ist ein inhaltlicher Umgang mit meinen Ergebnissen. Meine experimentellen Ergebnisse werden abgetan mit einem Nebensatz, in unserem Beispiel so: »Was auch immer Sie experimentell beobachtet haben,…«. Der Kollege vermag mir nicht zu widersprechen, kann mein Experiment auch nicht widerlegen, aber seine zuvor zum Ausdruck gebrachten Emotionen erlauben es ihm nicht, über den tatsächlichen Befund meiner Naturbeobachtung nachzudenken oder gar zu sprechen. Also werden meine experimentellen Befunde schlichtweg ignoriert und der Nebensatz in einem Satz abgeschlossen mit den Worten »Schlussfolgerungen sind definitiv falsch«. Hauptsache »falsch«, auch wenn der Kollege keinerlei Idee hat, diese Behauptung begründen zu können. Die wohlklingenden Worthülsen, die er zuvor gab, ohne dass diese einen Zusammenhang zu meinen Arbeiten hätten, sind jedenfalls ungeeignet, die fehlende Begründung zu ersetzen.

 

Das Aufbauschema der Antworten aus Physikermund ist meistens ungefähr dasselbe: Man demonstriert eigene Kompetenz, ergeht sich in einigen Fällen in inhaltlosen Worthülsen, um den Laien zu beeindrucken, aber eine Stellungnahme zu meinen Arbeiten unterbleibt, ebenso wie man sich nicht die Mühe macht, meine Arbeiten durchzulesen. Die Schlussfolgerung ist dann eine rein emotionale Ablehnung meiner Ergebnisse. Das nächste Beispiel bringt dies noch wesentlich deutlicher auf den Punkt.

 

Zu dieser Taktik gehört übrigens auch noch der Trick mancher Physiker, offene Fragen zu benennen, die ich zuerst noch beantworten muss, bevor man meine Ergebnisse als gesichert betrachten und ernst nehmen kann. Die offenen Fragen sind dann so umfangreich, dass ich ersteinmal für etliche Jahre im stillen Kämmerchen theoretische Berechnungen anstellen müsste, bevor ich mich wieder zu Wort melden dürfte. Würde ich offene Fragen beantworten, dann würde mir das aber in keiner Weise helfen, akzeptiert zu werden, sondern es würden nur weitere offene Fragen aufgeworfen werden. Dieses Spiel kann man fortführen bis zu meinem körperlichen Tod – die dafür nötigen Jahrzehnte sind ja problemlos vorhanden, solange ich sonst nichts mache als mich mit Fragen zumüllen zu lassen. Ich habe dies mit einfacheren Fragen, die man kurzfristig beantworten kann, ausprobiert. Man nimmt meine Antworten wohlwollend zur Kenntnis und stellt die nächsten Fragen. Ein Ende der Fragerunde wird niemals absehbar, so dass sich niemals die Möglichkeit ergibt, mir die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die ich bräuchte, um den praktischen Raumenergiemotor tatsächlich bauen zu dürfen.

 

Die witzigste noch zu lösende Aufgabe, die ich zuerst bewältigen müsste, bevor man meine Arbeiten ernst nehmen könne, war die eines Kollegen mit der Frage: »Es könnte sein, dass der Rotor des Kollegen Turtur sich aufgrund Schwerkraft dreht. Professor Turtur sollte also seinen Rotor unter Ausschluss der Schwerkraft und unter erhöhter Schwerkraft testen, zum einen also im Space Shuttle und zum anderen auf der Oberfläche des Planeten Jupiter, um dies klar zu stellen.« Das ist doch Irrsinn – wenn man mir schon nicht die Ressourcen für einfache Laborarbeiten auf der Erde gibt, wie soll ich dann meinen Aufbau in denSpace Shuttle bringen?  Und wie soll ich mit meinen privaten Mitteln, mit denen ich meine Forschungsarbeiten von meinem Haushaltsgeld finanziere, eine Weltraumstation auf dem Jupiter bauen?

 

Beispiel 2:

Der Physiker schreibt: »Ich war mal eine Zeit lang zuständig für die Beantwortung von Zuschriften von Menschen, die die Relativitätstheorie oder die Quantentheorie für falsch hielten oder die ein einfaches Modell für die vielen Rätsel der Physik hatten, von denen sie gehört hatten. Von all denen ist der Herr Turtur der netteste.«

 

Mein Kommentar dazu:

Der Mann ist konsequent. Er macht sich gar nicht erst die Mühe, inhaltlich auf meine Arbeiten einzugehen, was durchaus kein Einzelfall für die Reaktion eines Physikers ist. Er zitiert seine ehemalige Zuständigkeit, um seine Kompetenz zu untermauern und sich zum Richter über »wahr« und »falsch« zu erheben (was ich für einen göttlichen Anspruch halte). Und dann schiebt er mich ineine Ecke mit Menschen, »die die Relativitätstheorie oder die Quantentheorie für falsch hielten«, was absoluter Unsinn ist, denn meine Arbeiten bauen auf der Relativitätstheorie und auf der Quantentheorie ebenso auf wie auf anderen theoretischen Aussagen der Physik. Er diskreditiert mich damit, indem er mich in eine Scharlatan-Ecke schiebt, was nur möglich ist, weil er meine Arbeiten nicht betrachtet hat – denn hätte er meine Arbeiten gelesen, dann könnte er mir niemals fälschlicherweise unterstellen, ich hielte »die Relativitätstheorie oder die Quantentheorie für falsch«. Innerhalb der Physikergemeinde ist so etwas ein glatter Rufmord, und dass er am Schluss noch eine Emotion heuchelt (mit den Worten »Herr Turtur der netteste«) entschuldigt nicht  sein Verhalten.

 

Es gibt noch eine Anzahl weiterer Standard-Storys auswendig gelernter Physik, auf deren Wiedergabe jetzt verzichtet werden soll. Auch auf eine weitere Sezierung weiterer Äußerungen von Physikern möchte ich verzichten. Die Wiedergaben der Physiker-Kommentare habe ich hier bewusst soweit abstrakt gehalten, zum Teil entfremdet, dass sich keine existierende Persönlichkeit angesprochen fühlen kann. Ich möchte nur symptomatisch die Problematik beschreiben, nicht aber persönliche Feinde auf mich ziehen.

 

Wir wenden uns nun den Folgen solchen Verhaltens seitens der Fachwelt zu, namentlich den Auswirkungen dieses Verhaltens auf den weiteren Lebensweg der gesamten Menschheit. Dazu betrachten wir das Schicksal der Wikinger und das  der Menschen auf Rapanui, den Osterinseln.



27.01.2013
 

Die Angst vieler Physiker vor der Raumenergie, eine wissenschaftssoziologische Betrachtung – Teil 3 und Abschluß

Claus W. Turtur

Fast alle Menschen reagieren interessiert und positiv auf die Raumenergie, ist sie doch eine echte saubere Energie-Alternative, ohne Umweltverschmutzung, ohne Gesundheitsrisiken, kostenlos und unerschöpflich, überall und für alle Menschen frei verfügbar. Die Leute wollen die Erforschung und die Nutzung dieser Energie [*1]. Doch weil diese Forschung von den Fachleuten der Physikergemeinde nicht vorgenommen wird, gibt es viele Menschen, die dieses Thema für so wichtig halten, dass sie sogar auf eigene Faust Untersuchungen ausprobieren – in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten.

 

4. Hoffnungsvolle Lichtblicke

Die höchst unwissenschaftliche Reaktion vieler Physiker darf aber nicht den irrtümlichen Eindruck aufkommen lassen, dass alle Physiker so reagieren würden. Vereinzelt (selten aber immerhin) begegneten mir Physiker, die sich sogar die Mühe machten, sich ernsthaft mit dem Thema Raumenergie zu befassen  und dann überzeugt waren. Diese Haltung kann man einnehmen, und es ist wohl ein menschliches Phänomen, dass ich mich persönlich darüber freue. Auch mir seien

Emotionen zugestanden.

 

Es gibt aber auch noch eine weitere, andere Reaktion, die man häufiger beobachtet, und die aus logisch-wissenschaftlicher Sicht sehr sinnvoll ist. Die formuliert ein Fachkollege mit den Worten: »Raumenergie – ich kann mir das nicht recht vorstellen, und ich habe ernsthafte Zweifel, aber eben deshalb sollte man eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung durchführen, um die Sache zu klären.«

 

Würden alle Physiker so vernünftig reagieren, so ließe sich die Frage nach der Raumenergie vernünftig bearbeiten und damit auch beantworten. Diese höchst wissenschaftliche Reaktion einzelner Fachkollegen fragt nach einer ergebnisoffenen Untersuchung – und genau hier ist auch mein Anliegen: Die Durchführung der Untersuchung – sie sollte stattfinden, darauf kommt es an. Zweifel darf man äußern, aber es ist sinnvoll, deswegen eine Durchführung der Untersuchung zu verlangen.

 

5. Fallbeispiele


Die Wikinger auf Grönland (Quellenangaben: [*4])

In früheren Jahrhunderten besiedelten einst die Wikinger nicht nur den Raum des heutigen Dänemark, sondern sie hatten auch eine Kolonie in Grönland. Um 875 entdeckte der NorwegerGunnbjørn die Insel, das grüne Land dort wurde anno 982 von Erik dem Roten aufgrund einerVerbannung besucht und bald darauf von Auswanderern besiedelt. Dies wird in der Grönländersaga berichtet. Es gibt Mauerreste der Siedlung Brattahlíð, wo heute eine Inuitsiedlung namens Qassiarsuk liegt. In der Blütezeit gab es sogar einen Grönländischen Bischof. Etwa 300 Jahre lang gab es weit verbreitete Siedlungen mit ca. 3.000 Einwohnern. Die Insel Grönland sei damals um einige Grade wärmer gewesen als heute. Die Menschen nannten sich Grænlendingar, bauten Getreide an, lebten von Viehzucht und unternahmen sogar Expeditionen nach Nordamerika. Natürlich standen sie in Kontakt mit ihren Stammesbrüdern in Dänemark.

 

Über das Ende der Wikingerbesiedlung schreibt Wikipedia: »Spätestens um 1550 erlosch die letzte nordische Siedlung in Grönland. Neuere genetische Untersuchungen sowohl an heutigen Inuit als auch an archäologischen Überresten der Grænlendingar scheinen eine Vermischung der beiden Gruppen auszuschließen, d. h., die Grænlendingar sind wahrscheinlich ausgestorben.«

 

Als Grund für das Aussterben der Wikinger auf Grönland wird auf das Ende der Mittelalterlichen Warmzeit verwiesen. Dazu liest man in bild der wissenschaft ([*4]):

»Klimastürze beendeten die Besiedlung durch die Wikinger. Neue Daten über die Klimageschichte Grönlands dokumentieren vermutlich die Ursache für das Ende der Besiedlung durch die Wikinger: Nach rund 500 Jahren hatten die Klimastürze die ersten europäischen Siedler auf dem nordamerikanischen Kontinent schließlich besiegt. Das vermutet ein Wissenschaftlerteam um William D’Andrea (University of Nebraska) anhand von Klimadaten aus Sedimentproben zweier grönländischer Seen. …

Um etwa vier Grad fielen die Jahresdurchschnittswerte. … Zuerst konnten die Menschen vom Ertrag ihrer Höfe gut leben, doch dann wurden die Sommer Jahr für Jahr kürzer, die Ernten magerer und die Winter härter. Vermutlich hat auch die wachsende Eisfläche die Schifffahrtswege nach Skandinavien blockiert und damit den Handel, vermuten die Forscher. … Zu Beginn des 15. Jahrhunderts setzte dann wahrscheinlich die Kälteperiode der so genannten Kleinen Eiszeit den Schlussstrich unter die Herrschaft der Wikinger über Grönland. … Es ist interessant, wie stark Klimaschwankungen die Geschichte der Menschheit beeinflusst haben.«

Also ist offensichtlich klar, dass zwei Dogmen die Wikinger auf Grönland damals dominiert hatten: Zum einen war man nicht in der Lage, die Siedlung in Grönland aufzugeben, zum anderen war mannicht gewillt, den europäischen Lebensstil zu ändern und sich den Lebensgewohnheiten der einheimischen Inuit (Eskimos) anzupassen. Die Inuit, die bereits seit etwa 3000 v. Chr. über dieBeringstraße und Alaska nach Grönland eingewandert waren, hatten überhaupt keine Probleme mit dem Klimawandel in ihrer Heimat. Überreste von Jagdplätzen, die zwischen 2500 v. Chr. und heute angelegt worden waren, sind bekannt.

 

Das Problem der Wikinger war die mangelnde Fähigkeit zur Aufgabe der eigenen Dogmen. Man lässt sich nicht mit den Inuit ein, und man lebt auch nicht wie diese. Das war in allen Köpfen so fest verankert, dass nur der Weg in den Tod blieb. Offensichtlich ist das Sterben leichter als das Umdenken. Selbst angesichts des Todes ist das menschliche Gehirn nicht in der Lage, den Weg zum Überleben anzunehmen, den die Nachbarn erfolgreich vorführen.

 

Übertragen auf unsere heutige Situation der Raumenergieforschung und -Nutzung kann man nur sagen: Diejenigen, die durch jahrelange Spezialausbildung dogmatisch so stark vorgeprägt sind, dass sie nicht in der Lage sind, eine Untersuchung des Phänomens »Raumenergie« auch wenigstens nur zu akzeptieren, dürfen nicht zur Richtschnur erhoben werden, die die 99-Prozent-Mehrheit anleitet. Wir benötigen diese Raumenergienutzung, um unsere Umwelt zu erhalten, die wir brauchen, um hier auf dieser Erde überleben zu können – und es darf einfach nicht sein, dass das menschliche Gehirn uns aufgrund der Fehlschaltung einzelner daran hindert. Bei klarer Besinnung müsste man sagen: Auch wenn wir an der Nutzbarkeit der Raumenergie zweifeln, so müsste man die Möglichkeit dazu doch wenigstens erforschen und wissenschaftlich untersuchen.

 

Die Osterinsel, Rapanui (Quellenangaben: [*5])

Die Osterinsel im Südostpazifik liegt südlich des südlichen Wendekreises und gehört heute politisch zu Chile. Die Hauptstadt Hanga Roa ist 3.526 km von der chilenischen Küste entfernt und 4.251 km von Tahiti. Die nächsten Nachbarn wohnen auf der Insel Pitcairn 2.078 Kilometer inwestlicher Richtung, geographisch zu Polynesien gehörend.

 

Die Besiedlungsgeschichte ist nicht völlig geklärt, aber der Ursprung der Besiedlung spielt für unsere Überlegungen hier keine wesentliche Rolle. Immerhin so viel: Nach der Legende von Hotu Matua, die durch archäologischegenealogischeund sprachwissenschaftliche Befunde bestätigt wird, geht man von einer Besiedlung aus Polynesien aus, also von Westen her, und zwar in einer ersten Welle im 5. oder 6. Jahrhundert und einer zweiten Besiedlungswelle im 14. Jahrhundert.

 

Das für uns entscheidende Problem beschreibt Wikipedia mit den Worten: »Ab etwa 1100 n. Chr. begann die Konstruktion großtechnischer Bauwerke, der Zeremonialplattformen (ahu), der steinernen Statuen (moai), von Zisternen und Beobachtungstürmen (turtle towers). Diese Zeit der Kulturblüte dauerte bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, …«

 

Während der Blütezeit sind monumentale Bauwerke entstanden, wie zum Beispiel die Moais am Ahu Tongariki, die ein Bestandteil des Nationalparks Rapanui sind, der seit 1995 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt ist, und zwar in der Region Asien und Ozeanien. Hunderte von Statuen waren entstanden, meist etliche Meter hoch (z.B. fünf oder sechs Meter groß), deren Material, die Steinklötze, über viele Kilometer hinweg transportiert hatte werden müssen. Mit der Rongorongo-Schrift hat sich sogar eine eigene Schriftform entwickelt, ein Zeichen der enorm hohen Kultur auf jenem kleinen Eiland.

 

Knapp ein Jahrhundert nach dem Niedergang der Kultur dort, nämlich im 18. Jahrhundert, genau anno 1722, wurde die Osterinsel von Europäern entdeckt. Es bot sich ein trauriges Bild. Was war passiert: ein Abbild dessen, was wir Menschen heute mit unserer gesamten Erde machen. Ähnlich wie wir heute als Menschheit auf unserer Erde isoliert wohnen, auf uns selbst gestellt, so wohnten die Bewohner auf Rapanui für sich alleine und vollzogen auf einem überschaubaren geografischen Territorium und in einem überschaubaren Zeitrahmen das, was wir heute in größerer geografischer Ausdehnung und in größerem Zeitrahmen auf unserer Erde durchmachen, wenn wir nicht aufpassen. Dazu zitiere ich nochmals die Wikipedia:

»Nachdem der Boden bis zum Ende des 13. Jahrhunderts oberflächenschonend bearbeitet wurde, ist spätestens ab 1300 n. Chr. eine radikale Entwaldung mit zunehmender Bodenerosion nachgewiesen. Dies führte zur Aufgabe von Siedlungen.

Ab dem 13. Jahrhundert wird vermehrt auch das Inselinnere besiedelt, ohne Zugang zu der wichtigen Nahrungsquelle Meer.

Nach 1425 ist ein höchst intensivierter Landbau unter Nutzung innovativer Möglichkeiten (…) feststellbar, …

    Ab etwa 1500 … kommt es zu vermehrten Stammeskriegen unter Anwendung neuartiger Waffen (… Kurzspeere). Die Krie­ger­­kaste gewinnt an Einfluss.

    Wie aus archäo-biologischen Untersuchungen von Abfallhaufen der Siedlungen erkennbar ist, nimmt die Zahl und Artenvielfalt der Seevögel nach 1650 n. Chr. als Nahrungsquelle rapide ab.

    Ab Mitte des 17. Jahrhunderts kommt der Bau monumentaler Bildwerke zum Erliegen.

    Ab dem Ende des 17., spätestens in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden die Kultplattformen durch die Insulaner selbst systematisch zerstört und die Statuen umgeworfen. Es kommt zu einem völligen Verfall der tradierten, auf der Ahnenverehrung fußenden Kultur.

      Es ist heftig umstritten, wo die Wurzeln für diesen Kulturverfall zu suchen sind, die Mehrzahl der Forscher geht jedoch heute davon aus, dass die Probleme von den Insulanern selbst verursacht wurden. Zeitweise sehr populär ist die von Jared Diamond publizierte These des Raubbaus an den natürlichen Ressourcen, der zur Störung des ökologischen Gleichgewichtes auf der isolierten Insel geführt hat.«  (Zitat Ende, soweit Wikipedia.)  Auch Hungersnöte und Religionskriege werden als Ursachen diskutiert.

       

      Der Zweck der Statuen in der Hochkultur bleibt ungeklärt, aber der genaue Grund ist für unsere naturwissenschaftssoziologischen Überlegungen auch nicht wirklich von Bedeutung. Auf jeden Fallhaben diese Statuen einen spirituellen Hintergrund, vermutlich als Bindeglied zwischen den berühmten Häuptlingen und den verehrten Ahnen, also als Vermittler zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt. Auch die Vogelmänner spielen in diesem Zusammenhang eine kulturelle Rolle (ähnlich in Samoa in Neuguinea bekannten Brauchtümern).

       

      Was war also passiert ?

      Aus spirituellen Gründen hatte man die Wälder abgeholzt, um möglichst viele Statuen zu bauen. Es ist ein spirituelles Verhalten, das einem starren Dogma folgt, welches auch dann noch nicht aufgegeben werden kann, wenn die Zerstörung der eigenen Gesellschaft und des eigenen Lebensraums klar auf der Hand liegt. Man hätte umdenken können – wäre da nicht die Enge einzelner menschlicher Gehirne im Weg.

       

      Erst als die Wälder abgeholzt waren, hat sich die Gesellschaft mitsamt ihren Dogmen aufgelöst. Wir werden eine gewisse Anstrengung aufbringen müssen, um uns für den richtigen Weg entscheiden zu können – nicht für den Tod, sondern für das Leben.

       

      Das Volk der Cree-Indianer hat die Weissagung geprägt, die hier in einer nicht ganz exakten, aber sinnvollen Abwandlung [*6] wiedergegeben sei: »Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.« Die Weisheit der Cree – ich wünsche, wir könnten davon lernen.

       

      Als jedenfalls die Europäer die Osterinseln erstmals erreichten, war diese wunderbare Hochkultur praktisch erloschen; es gab nur wenige Überlebende, die unter sehr schlechten Verhältnissen darbten. Im Zusammenhang mit dem Niedergang werden auch Religionskriege diskutiert. All das lässt sehr deutlich auf mangelnde geistige Flexibilität schließen, wie sie typischerweise indogmatisch vorgeprägten Denkstrukturen anzutreffen ist. Man ist weder in der Lage, sich an eine ändernde Situation anzupassen, noch ist man in der Lage, eigene Fehler zu erkennen, die zu diesen Veränderungen der Lebenssituation geführt haben. Die traurige Konsequenz ist, dass auch hier die mangelnde geistige Offenheit zum Tod vieler Menschen führt.

       

      Für uns erkennbar jedoch sind die Zeichen des Niedergangs und des grassierenden Todes, die auf Rapanui sehr den heutigen Zeichen auf unserer Erde ähneln. Hingen die Menschen dort trotz Angesicht des Todes ihren tradierten Vorstellungen nach, so tun wir heute nichts anderes. Doch wollen wir einen anderen Weg in unser Schicksal gehen, so sollten wir aus den Fehlern früherer Generationen lernen und uns heute besser verhalten.

       

      Alle Menschen machen Fehler, irren ist menschlich. Die Dummen wiederholen immer wieder dieselben Fehler, hingegen kluge und intelligente Menschen vermeiden bekannte Fehler (und tappen dann allerdings irgendwann in neue Fehlerquellen). Nachdem wir, als Menschheit, bereits mehrfach lernen durften, dass dogmatische Enge der Köpfe und mangelnde Flexibilität der Gehirne in den kollektiven Tod führen, sollten wir uns jetzt eines Besseren besinnen und nicht auf die alten Dogmen hören, die eine Erforschung echter sauberer und nachhaltiger Alternativen ignorieren wollen. Mit diesem Gedanken kehren wir in unsere Neuzeit und zur Erforschung einer echten Energie-Alternative zurück.

       

      Ein Interpretationsversuch:

      Damit sind wir im Grunde genommen wieder bei dem obengenannten Zitat von Max Planck angekommen, dem ich nun ein weiteres Zitat von Werner Heisenberg anfügen möchte. Er sagte zum Thema der »Raumenergie«: »Es sollte möglich sein, den Magnetismus als Energiequelle zu nutzen«, und er fügte hinzu: »Aber wir Wissenschaftsidioten schaffen es nicht; das muss von Außenseitern kommen.«   (Werner Heisenberg)

       

      Er hat damit die Dogmatik durchbrochen und den Weg erkannt. Er war ein Genie und hat seinen Mitmenschen mit engeren Köpfen aufgezeigt, dass die Lösung des Energie­problems innerhalb des in sich abgeschlossenen Experten-Systems unmöglich ist. Man muss die Dogmatik überwinden,und dazu benötigt man Außenseiter, die nicht als Fachidioten den starren Regeln des etablierten Dogmen-Systems unterworfen sind. Was Heisenberg zu seiner Zeit nicht erkennen konnte, ist die Problematik, dass die starren Regeln des mächtigen Dogmensystems dazu führen, dass jene Außenseiter keine Möglichkeiten bekommen, ihre Ideen in die Praxis umzusetzen oder zumindest experimentell zu verifizieren. Dem Außenseiter werden keine Forschungsressourcen zur Verfügung gestellt, damit er das in sich geschlossene System der Macht­erhaltung der Experten nicht gefährden kann. Die alten Dogmen zählen zu den wichtigsten Waffen der Expertenkaste, um ihre Macht und ihre Pfründe gegen störende Außenseiter zu verteidigen.

       

      Trotzdem wird die Machterhaltung nicht auf Dauer Bestand haben können, weil das System sich selbst auffrisst – ähnlich wie bei den Wikingern und ähnlich wie auf der Osterinsel. Schade ist es nur, wenn zuvor sehr viele Menschen dem Machterhaltungssystem zum Opfer fallen müssen, bevor es sich auflösen kann. Schade ist es also, wenn die Menschen die Dogmen der selbst ernannten Experten glauben und befolgen – und daran zugrunde gehen werden.

       

      Tatsache ist: Sobald die Ressourcen für die Raumenergieforschung zur Verfügung gestellt werden, wird man solche Maschinen bauen können, und dann werden sich auch die Experten darüber freuen, denn auch für sie wird die Umwelt erhalten bleiben.

       

      Hier nicht ganz ideal in den Rahmen passend, sei am Rande erwähnt, dass es neben einigen dogmatisierten Physikern (nicht allen Physikern!) auch noch einige wenige andere Menschen gibt, die Angst vor der Raumenergie haben. Im Rockefeller-Magazin in der Ausgabe vom 27. März 2012 [*7] war zu lesen:

      »… Die Rede ist von freier Raumenergie. Sie wird seit Jahrzehnten von privaten Forschern und offenbar auch bei geheimen Militärprojekten erforscht. Dem niedersächsischen Physikprofessor Claus Turtur gelang bereits im Jahr 2009 der theoretische und praktische Nachweis dieser neuen Energiequelle. An sich spräche ja nichts dagegen, die Forschungsergebnisse von Prof. Turtur zu nutzen, um einen Raumenergiekonverter zu konstruieren – wären da nicht die Pfründe der konventionellen Energieriesen, die es zu beschützen gilt.

      Wie groß diese Sorge der Branche um den Verlust ihres Energiemonopols ist, zeigt sich u.a. an der kürzlich von der Bundesregierung beschlossenen Kürzung von Subventionen für Solaranlagen. Die Sorge der Stromlobbyisten: Große Energieunternehmen könnten überflüssig werden, wenn jedermann seinen Strom auf dem Hausdach selbst erzeugen kann.

      Wohl deshalb hat auch die Raumenergie bislang keine Unterstützer aus der Strombranche gefunden – denn ihre bloße Existenz droht den Energiemarkt auf den Kopf zu stellen. Dass die wissenschaftlichen Fortschritte auf dem Gebiet der Raumenergie kaum noch zu ignorieren sind, zeigt jedenfalls die rege Bürgerbeteiligung an der erwähnten Anfrage an die Kanzlerin. Binnen zwei Tagen rückte diese auf Platz eins aller abgegebenen Anfragen. …« (Zitat Ende)



      03.02.2013
       
       

      Die Angst vieler Physiker vor der Raumenergie, ein Nachtrag

      Claus W. Turtur

       

      Nachdem ich den Teil »Die Angst vieler Physiker vor der Raumenergie, eine wissenschafts-soziologische Betrachtung« geschrieben hatte, bekam ich von einigen Menschen per E-Mail Rück­mel­dung­en, die diesen Text gelesen und versucht hatten, über dieses Thema mit Physikern zu sprechen.

       

       

      Interessanterweise bekam ich nicht dominant Ablehnung zu hören, sondern es fühlten sich einige Menschen ermutigt, die ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht hatten, meinen Artikel zu bestätigen.

       

       

      Mit Rücksicht auf die Absender will ich die Texte einiger eingehender E-Mails in verkürzter und anonymisierter Form reflektieren, z.B. wie folgt:

      »Ich bin selber Physiker, habe jahrzehntelang . . . . an der Universität (gearbeitet).

      Eigentlich war meine Motivation zum Physikstudium mein Wille zur Erkenntnis. Ein wesentlicher Punkt dieser Erkenntnis war die frustrierte Einsicht, dass die etablierten Größen wenig Interesse an echter Erneuerung zeigen. Mehr noch, als Forscher und Wissenschaftler hat man nur eine Chance, finanziell zu überleben, wenn man in den richtigen Wissen­schafts­lobbys verkehrt und den Modemainstream mitmacht. Es geht nicht um Wissenschaft, sondern um Macht- und Stellenpoker, um Etablierungssucht und Forschungsgeldgerangele.

      Raumquantenenergie finde ich das spannendste Thema, das es in der Physik zurzeit gibt. Es müsste, ob seiner Dringlichkeit und Brisanz … die Nummer Eins in den Medien sein. Ich bin 1.000 Prozent überzeugt: Das ist unsere Zukunft!

      Ich hoffe und wünsche Ihnen, dass Sie Glück haben werden und Ihre Arbeit fortsetzen können, zum Wohle aller Menschen, der Natur, des ganzen Planeten. Ich drücke Ihnen die Daumen.«

      Auch kürzere E-Mails gingen ein, wie etwa in der Art:

      »Ich bin ja selbst Physiker und halte die kleinen Versuche wie beschrieben zumindest für nicht vollends abwegig. Ich werde meine ehemaligen Kollegen bitten, die zugrundeliegenden Theorien zu prüfen.«

      Die meisten dieser eingehenden E-Mails nahm ich interessiert oder dankend zur Kenntnis, ein Beispiel jedoch existiert, bei dem ein Wissenschaftshistoriker einen meiner Freunde angeschriebenhat, der das Schreiben wiederum (mit Erlaubnis des Historikers) an mich weitergeleitet hat. Dieses Beispiel hat mich zu einer Reaktion veranlasst, die ich nach der Wiedergabe des Beispiels aufzeigen werde.

      »Als Wissenschaftshistoriker wundert es mich nicht, dass Herr Prof. Turtur auf diverse Schwierigkeiten stößt, seine Ideen auch nur zu publizieren. Das war bei grundsätzlich neuen Ideen schon immer so. Heutzutage gibt es eine enorme Anzahl unterschiedlicher, sich teils auch widersprechender theoretischer Konzepte, ob in der Kernphysik oder in der Kosmologie. … Ich denke: Wissenschaft sollte frei sein und deshalb müsste man allen Denkansätzen, die halbwegs vernünftig fundamentiert sind, zumindest eine entsprechende Öffentlichkeit (auch jenseits des Internets) verschaffen. Dass namhafte Fachjournale diesem Prinzip oft nicht folgen, finde ich bedauerlich und auch bedenklich.«

       

      Meine Reaktion: Eine neue Bettlektüre

      Meine Reaktion begann eigentlich mit der Reaktion meiner Ehefrau, namentlich indem sie mir ein Buch zur Physikgeschichte kaufte und schenkte, nämlich Die wichtigsten Natur­wissen­schaftler im Porträt[0] von Fritz Krafft. Ich nahm es zur Bettlektüre und las es mit den Augen eines Wissenschaftlers, der die Erläuterung des Historikers am eigenen Leibe erfahren hatte. Die wissenschaftlichen Leistungen der großen Vorfahren nahm ich mit gelassenem Interesse zur Kenntnis, aber wirklich bewegt haben mich die persönlichen Schicksale dieser Menschen, der Vordenker der Jahrhunderte.

       

      Das Buch beginnt mit Schicksalen antiker Naturphilosophen

      Wir beginnen (auf S. 21 des genannten Buches) mit Leukippos und seinem Schüler Demokrit, die lehrten, dass Materie keine homogene Substanz ist, sondern aus diskreten kleinsten Einheiten besteht, den so genannten Atomen. »Atome« – welch ein Unsinn. Das konnten die berühmten Größen wie Platon und Aristoteles natürlich nur ablehnen. So kommt Kollege Krafft in seinem Buchzu der Aussage, dass von der Epikureischen Form der Atomistik nicht viel überliefert ist, letztlich deshalb, weil diese »Atomtheorie« keine wesentliche Zustimmung fand.

       

      Aber auch der große Aristoteles, der eine gewaltige Bedeutung gewonnen hatte, sodass er bekanntlich über weit mehr als ein ganzes Jahrtausend hinweg, also über ganze Kulturepochen, den wissenschaftlichen Grundtenor des Mainstreams geprägt hatte, wurde nicht rundheraus akzeptiert, wie wir auf Seite 25ff. lesen:

      »Aristoteles hatte sich . . . so weit von den Lehren Platons entfernt, dass dieser, um den Bestand seiner Schule und Lehrer bedacht, nicht ihm, dem begabtesten seiner Schüler, die erhoffte Nachfolge in der Leitung der Akademie übertrug. Nun gut, Aristoteles wurde schließlich der persönliche Erzieher des Prinzen Alexander von Makedonien, der dann später als Alexander der Große eines der großflächigsten Weltreiche beherrschte, das die Menschheitsgeschichte je gesehen hatte. Das Ende vom Lied gipfelt dann in der Tatsache, dass Aristoteles nach dem Tod von Alexander (323 v. Chr.) keinen Beschützer mehr hatte und angefeindet werden konnte. Man strengte einen Prozess gegen ihn an wegen angeblicher Gotteslästerung, dem er sich nur durch Flucht auf das Landgut seiner Mutter entziehen konnte. Seine Flucht begründete er damit, dass er nicht das gleiche Schicksal erleiden wolle wie sein berühmter älterer Kollege Sokrates, der auch heute noch wegen seiner herausragenden Bedeutung in der Philosophiegeschichte bekannt ist. Sokrates war nämlich wegen ›verderblichen Einflusses auf die Jugend und Missachtung der Götter‹ zum Tode verurteilt worden, und hatte aus Respekt auf eine Flucht verzichtet und den Tod durch Vergiften akzeptiert.« [1]

       

      ->         Atome als Unsinn verworfen, Sokrates rechtskräftig zum Tode verurteilt und hingerichtet, Aristoteles geflüchtet – war das eine komische Zeit in der Antike . . .Im Laufe der Jahrhunderte wird natürlich alles besser – oder wie geht’s weiter? Wird wirklich etwas besser? Wir beantworten diese Frage nachfolgend.

       

      Auf Seite 46 erzählt Krafft von einem arabischen Medizin-Wissenschaftler namens Abu l-Walid Muhammad Ibn Ahmad Ibn Muhammad Ibn Ruschd, der später unter dem deutlich kürzeren Namen »Averroës« bekannt wurde. Er lebte und wirkte im 12. Jahrhundert im arabischen Teil der iberischen Halbinsel und in Nordafrika. Er stieg auf bis zum Leibarzt des Kalifen in Marrakesch. Als Philosoph fiel er in Ungnade, wurde an einen kleinen Ort in der Region von Córdoba verbannt und mehrfach angeklagt. Schließlich wurde vorübergehend das (später wieder aufgehobene) Urteil gefällt, dass einTeil seiner Bücher zu verbrennen sei. Aber auch später trugen christliche Philosophen, die seiner Theorie ablehnend gegenüber standen, heiße Kämpfe aus, darunter Albertus Magnus und Thomas von Aquin. Zu den Spätfolgen dieser Streitereien zählt auch die wesentlich später vollzogene Trennung von Theologie, Philosophie und Naturwissenschaft. Für mich deutet eine derartige Trennung immer auf eine massive Distanzierung hin – man minimiert den Dialog.

       

      Zur Gestalt der Erde

      Nicole d’Oresme denkt im 14. Jahrhundert über die Bewegung der Erde nach (die er allerdings ver­neint) und über die Gestalt der Erde, die er als einer Kugelgestalt sehr nahe ansieht, jedoch Ab­weichungen von der Kugelgestalt vermisst, die wir noch heute in dieser Form akzeptieren [2]. Wir sagen heute, dass die Erde von Pol zu Pol einen etwas kleineren Durchmesser hat als über den Äquator gemessen. Es ist auch bekannt, dass die katholische Kirche zu diesem Thema Stellung nahm, und hiermit landen wir auf Seite 52 bei Krafft, wo er schreibt: »Weil ihre Inhalte christlichen Glaubenssätzen widersprachen, war erstmals 1210 auf der Pariser Synode das öffentliche und private Lesen aller naturphilosophischen Schriften des Aristoteles und der Kommentare unter Androhung der Exkommunikation verboten worden. 1215 hatte die Pariser Universität dieses Verbot in ihre Statuten aufgenommen; 1245 war es von Papst Innozenz IV. namentlich auf die 1229 gegründete Universität Toulouse ausgedehnt worden, die gerade mit Aristoteles-Unterricht um die Studierenden geworben hatte; 1231 hat aber bereits Papst Gregor IX. eine Kommission einberufen, um die dem Universitätsunterricht zugrunde gelegten aristotelischen Schriften im christlichen Sinne zu revidieren.« Irgendwann kam dann sogar eine These von der »doppelten Wahrheit« auf. Auch lesen wir auf Seite 53 unter anderem die Worte: »Diese Form, Widersprüche zwischen Vernunft (Wissen) und Glauben durch Verbot zu lösen, war natürlich unbefriedigend . . . .«

       

      Ist das Mittelalter wirklich humaner als die Antike? Ich weiß es nicht, wenn ich an die vielen Menschen denke, die im Mittelalter bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Viel mehr möchte ich die Frage stellen, ob es überhaupt je tolerante und humane Zeitalter gab oder geben wird?

       

      Nikolaus Kopernikus und andere

      Kopernikus, der unser Weltbild völlig revolutionierte, und zu dem Gedanken führte, die Erde bewege sich um die Sonne, hat diesen Gedanken offiziell nie in der genannten Form ausge­sprochen. Er wollte nicht unser Weltbild revolutionieren, sondern nur restaurieren, indem er sich auf die uralteAstronomie aus der Zeit vor Ptolemaios besann. Um sich mit seinen Erkenntnissen nicht selbst persönlich in Gefahr zu bringen, ließ er sein Hauptwerk, das ein heliozentrisches Weltbild einführt (also mit der Sonne im Zentrum der Bewegung der Planeten und der Erde) erst nach seinem Tode publizieren. Er hat die Publikation einfach (siehe Krafft, Seite 63) so lange zurückgehalten, dass er »dessen endgültiges Erscheinen nicht mehr erlebte«. Auf jeden Fall war er so sicher, dass ihm ein natürlicher Tod vergönnt blieb.

       

      Schon oft betrachteten die etablierten Wissenschaftler des Mainstreams ihr eigenes persönliches individuelles Weltbild als abgeschlossen und postulierten daraus, das gesamte Wissen der Menschheit sei abgeschlossen und könne nicht mehr erweitert werden, da es vollständig sei. Max Planck hatte man mit dieser Begründung vom Physikstudium abgeraten – zum Glück ignorierte er diesen Rat. Auch heute hört man oft von mächtigen etablierten Kollegen dieses Argument der Abgeschlossenheit der Wissenschaften.

       

      Aber bereits im Mittelalter gab es ähnliche menschliche Einstellungen. Als Beispiel hierfür berichtet Krafft von Leonhard Fuchs, der aus religiösen Gründen ein Vorlesungsverbot erdulden musste, dann aber an die Universität in Tübingen wechseln konnte und dann diese Uni zu großem Ruhm führte. Krafft bezeichnet Fuchs (auf S. 65) als einen der drei »Väter der Botanik«. Er hat sich als Medizinprofessor und Arzt intensiv mit Heilpflanzen befasst. Manchmal tun sich eben ganze neue Fachbereiche auf, nachdem zuvor eine neue Wissen­schaft als »vollständig« angesehen worden war.

       

      Galileo Galilei und Johannes Kepler

      Vielfach genannt und weithin bekannt ist das Beispiel des Galileo Galilei, der natürlich auch in der Aufzählung von Krafft nicht fehlen darf (S. 77, 78). Er setzte sich für das heliozentrische Weltbild des Nikolaus Kopernikus ein und behauptete somit, die Erde stehe nicht im Mittelpunkt der Welt, sondern sie kreise um unsere Sonne. Anfangs war er dafür hoch geehrt worden, wurde zum Hofmathematiker und auf eigenen Wunsch hin auch zum Hofphilosophen in Florenz ernannt, erfuhr auch in Rom hohe Ehrungen, die ihn motivierten, sich noch deutlicher für die Verbreitung der Erkenntnisse des Kopernikus einzusetzen – und… Es kam, wie es kommen musste. Er störte mit seinem neuen Weltbild die Mächtigen und wurde vor die Inquisition nach Rom vorgeladen. Es folgt ein langes Hin und Her, mit Inhaftierung und Folter. Obwohl er (Seite 79) in der Haft seinem »Irrtumvon der Drehung der Erde um die Sonne abgeschworen hat«, blieb er lebenslang weggesperrt – und damit länger als heutzutage ein Mörder.

       

      Fast für selbstverständlich müssen wir es inzwischen halten, dass seine Fachkollegen sich weigerten, seine experimentellen Beweise auch wenigstens nur zur Kenntnis zu nehmen. Galilei hatte mit dem kurz zuvor von Jan Lipperhey erfundenen Fernrohr ein neues Messgerät in die Hände bekommen, und somit die Möglichkeit zu neuartigen Messungen, deren Ergebnisse die bisherigen Erkenntnisse überstiegen. Damit sah er Landschaften auf dem Mond und außerdem einige Monde des Jupiters, wie sie um ihren Planeten kreisten. All das war eine Bestätigung des kopernikanischen Weltbildes und er lud seine Kollegen ein, durch sein Fernrohr hindurch zu schauen. Man weigerte sich. Klarer Fall: Bevor wir unser Weltbild umkrempeln müssen, verschließen wir lieber die Augen – was zählt schon die Suche nach der Wahrheit. Isaac Newton würde übrigens später hoch geehrt für seine Lehre, die auf dem heliozentrischen Weltbild beruht.

       

      Auch Johannes Kepler bekam von seinem Universitätslehrer Michael Mästlin das heliozentrische Weltbild gezeigt, allerdings vertrat Mästlin diese Sichtweise nie in der Öffentlichkeit. Kepler kam zu Ansehen, erhielt einen Ruf nach Graz, hatte aber im weiteren Verlauf seines Lebens immer wieder wechselnde Arbeitsplätze als Gelehrter, musste auch manchmal seine Arbeitsplätze fluchtartig verlassen, sich neue Stellen suchen und konnte nicht an einem Ort auf Dauer bleiben. Wir lesen auf den Seiten 81-88 verschiedene Fakten über Kepler, unter anderem auch die Tatsache, dass seine Dienstherren ihm nicht regelmäßig den versprochenen Lohn bezahlten. Auch ein aus finanzieller Not begründeter Wechsel des Dienstherrn, in der Hoffnung auf eine regelmäßige Lohnzahlung, führte nicht zu dem gewünschten Erfolg. Auch Wallenstein und sogar ein Kaiser hatten wegen der hohen Kriegs­kosten Kepler seinen Lohn nicht gegeben. Das Ende seines Lebens erfuhr Kepler auf einer Reise nach Regensburg, die er unternahm, um beim Kaiser persönlich das rückständige Gehalt einzufordern, aber Kepler starb an den Strapazen der Reise.

       

      Was lernen wir daraus? Dass es jedem Erfinder und jedem Wissenschaftler unbedingt anzuraten ist, sich vor Beginn eines Arbeitsverhältnisses rechtsverbindlich abzusichern, dass ihm sein Lohn nicht später verwehrt werden kann. Kepler ist bei weitem nicht der einzige Wissenschaftler und/oderErfinder, der um den Lohn seiner Arbeit geprellt wurde. Was in dieser nicht unbekannten Not abhilft, ist eine klare Absicherung vor Arbeitsantritt. Jede Bank sichert sich ab, wenn sie einem Häuslebauer einen Kredit gibt, und diese Absicherungsmechanismen und -möglichkeiten sind allgemeingültiges Recht und nicht nur auf Banken beschränkt.

       

      Große Namen, harte Schicksale

      Wandel der Situation im Laufe der Zeiten:

      Die Zahl der Wissenschaftler, die sich gegenseitig das Leben schwer machen, steigt mehr und mehr. So sprach anno 1789 (laut Seite 121) Immanuel Kant in einer Publikation (!) wegen der fehlenden Mathematisierung der Chemie den Rang einer Wissenschaft ab. Trotzdem wurde 1792 sein Schüler Jeremias Richter mit einer Arbeit der Chemie (im Gebiet der Stöchiometrie) promoviert.

      Ein kleiner aber hochinteressanter Nebensatz auf Seite 146 zeigt uns, dass die Energieer­haltung erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Mode kam. Es ist dies ein kurzer Nebensatz in den Zeilen 9 und 10, aber wir werden im weiteren Verlauf des Artikels erstaunt erleben, dass die Energieerhaltung bei ihrer Einführung zunächst gar nicht so leicht akzeptiert wurde. Wenn man bedenkt, wie mühsam die unvollständige Anwendung der Energieer­haltung heute die Raumenergie-Forschung macht . . .  Da ist es sehr sehr schwierig, eine neue Energie­form in den Energiesatz aufzunehmen, obwohl der Energiesatz doch für Energie­formen gilt!

       

      Von John Dalton wird (auf S. 151) berichtet, dass er nur sehr einfache und kostengünstige Aufbauten benutzte und dafür kritisiert wurde – eine Erfahrung, die ich aus Kostengründen auch heute noch nachvollziehen musste. Wenn man bedenkt, dass die erste Computer-Maus nur ein ganz primitives Holzgebilde war . . . . Schließlich wurde Daltons Atomtheorie aber doch akzeptiert, weil einer der ganz Großen seiner Zunft, Professor Berzelius persönlich, ihn unterstützte, da dieAtomtheorie zu dessen Bindungstheorie passte. Wenn man bedenkt, wie mühsam es war, bis die Menschen die Sichtweise akzeptieren konnten, dass bei chemischen Reaktionen Atome im Spiel sind – Atome.

       

      Auf interessante Art und Weise hat der Baron de Cuvier seine wissenschaftlichen Ansichten durchsetzen können, nämlich auf politischem Wege (Seite 157). Die als »Akademie-Streit« bekannte Kontroverse verließ er anno 1830 als Sieger, was dazu führte, dass alle Betrachtungen einer Evolutionstheorie der Lebewesen in Frankreich verhindert wurden, bis schließlich Charles Darwin die Situation grundlegend veränderte. Also: Auf politischem Wege wurde entschieden, dass eine Evolutionstheorie falsch zu sein habe.

       

      Ein häufig zitiertes Beispiel ist Thomas Young, der Entdecker der Lichtwellen, der nicht nur die Wellennatur des Lichts nachgewiesen hat, sondern auch dessen Wellenlänge (als Funktion der Farbe) messen konnte (Seite 158 ff.). Er war schon in jungen Jahren ein Wunderkind und lernte extrem vielseitig. Unter anderem studierte er Medizin und arbeitete zeitweise als Arzt, wurde aber im Alter von 28 Jahren bereits Professor für Naturphilosophie (die heutzutage »Physik« genannt wird). In England wurden seine wegweisenden Arbeiten zur Wellennatur des Lichts nicht anerkannt, und auch auf dem Kontinent war man sehr zurück­haltend, bis ihm schließlich aus Frankreich Unterstützung zukam. So hat er sich dann auch mit Archäologie befasst und wurde schließlich durch seinen Beitrag zur Entzifferung von Hieroglyphen weltweit berühmt.

       

      Was lernen wir daraus? Man muss sich vor der irrigen Annahme hüten, dass die Fachwelt neue Erkenntnisse offen aufnimmt, nur weil sie experimentell bewiesen und sinnvoll sind.

       

      Wilhelm Ritter (Seite 161 ff.) schuf die zentrale wissenschaftliche Basis für die Begründung der Elektrochemie und war einer der ersten Erbauer von Batterien nach dem Vorbild des Herrn Volta. Seine Entdeckungen wurden allerdings von Physikern wenig beachtet (Seite 162), weil sie neben der empirischen Basis auch Spekulationen enthielten. Alleine Hans Christian Ørsted erkannte dieBedeutung von Ritters Arbeiten und trug wesentlich dazu bei, dass diese nicht in Vergessenheit gerieten.

       

      Macht man sich bewusst, dass theoretische Erkenntnisse in ihrer Begründung immer zunächst spekulativ beginnen und dass die empirischen Erfahrungen, die man als Tatsachen in der Natur nachweisen kann, das Fundament alles Wissens bilden, dann wundert man sich schon sehr, dass Ritter trotz seiner empirischen Grundlage derartige Probleme bekommen konnte. Macht man sich hingegen das menschliche Verhalten seiner Kollegen bewusst, dann verschwindet meine Verwunderung sehr schnell.

       

      Michael Faraday (nach dem heute die Einheit der Kapazität von Kondensatoren benannt ist) war ein Buchbinderlehrling und lernte aus den Büchern, die er zum Binden bekam (Seite 174 ff.). Da ihn die Wissenschaft faszinierte, bat er um eine bescheidene Anstellung bei der Royal Society, aber seine Anfrage wurde noch nicht einmal beantwortet. Schließlich gelang es ihm, bei öffent­lichen Vorträgen Humphry Davy kennen zu lernen und ihn zu überreden, als Laborassistent bei ihm eingestellt zu werden. Damit begann seine wissenschaftliche Karriere, die ihn zu gewaltigen Höhenflügen führen sollte.

       

      Was lernen wir daraus? Es kann passieren, dass die etablierten Großen jemanden ignorieren oder ihn nicht wahrnehmen, auch ohne dass er der gängigen Lehrmeinung widerspricht.

       

      Justus von Liebig, der berühmte Chemiker (Seite 186) versuchte mithilfe einer Zeitschrift seine Theorie der organischen Verbindungen durchzusetzen. Weiterhin wird berichtet, dass Liebig öfters die Rolle eines Schiedsrichters übernahm (heutzutage nennt man dies das »Peer-Review-Verfahren zur Begutachtung von Manuskripten«), und in dieser Funktion nicht immer richtig entschied.

       

      Was lernen wir daraus? Die Macht der Medien kann von einzelnen Wissenschaftlern missbraucht werden, sobald diese es schaffen, sich in die richtige Stellung zu versetzen.

       

      Charles Darwin und neuzeitliche Wissenschaftler

      Besonders polarisiert hat die wissenschaftliche Gemeinde die Evolutionstheorie von Charles Darwin (Seite 194). Von seinen Freunden wurde er hoch geehrt, von seinen Gegnern massiv angefeindet – allerdings hatte er das Glück, dass im Laufe der Jahre immer mehr Wissenschaftler sich auf seineSeite stellten, so dass ihm hohe Ehrungen zuteil wurden. Es ist gut vorstellbar, dass man heutzutage vermutlich eher angefeindet werden würde, wenn man seine Aussagen infrage stellen würde.

       

      Robert Wilhelm Bunsen (Seite 198), der auch den nach ihm benannten Gasbrenner (den Bunsenbrenner) erfand, gelang auch die elektrolytische Abscheidung größerer Mengen von Metallen. Diese »Batterie« wurde jedoch von Johann Christian Poggendorf massiv kritisiert, und weil Poggendorf der mächtige Herausgeber der Annalen der Physik und Chemie war, konnte sich das Thema der Elektrolyse in Deutschland nicht in gleicher Weise durchsetzen wie in den anderen europäischen Ländern.

       

      Die Physikergemeinde akzeptiert zunächst nicht die Energieerhaltung

      Manche Leser und Leserinnen werden sich vielleicht erinnern, in welcher Weise die Fehlinterpretation der Energieerhaltung die Entwicklung der Raumenergie-Forschung in unserer Zeit behindert. Wer die Raumenergie nicht in den Energiesatz mit aufnimmt, kann sie nicht erkennen und nicht erforschen. Fast grotesk mutet es auf diesem Hintergrund an, dass die Einführung der Energieerhaltung anno 1840/41 durch einen Arzt namens Robert Mayer (Seite 199 ff.) auf große Schwierigkeiten stieß. Mayer sandte sein Manuskript mit der Erklärung der Energieerhaltung zur Zeitschrift Annalen der Physik, doch jener großmächtige Johann Christian Poggendorf (Herausgeber dieser Zeitung) antwortete noch nicht einmal auf die Einsendung des Manuskripts, was für Mayer die Notwendigkeit schuf, seine Idee anderswo weiterzuverfolgen.

       

      Witzigerweise geht es mir, als dem Autor des vorliegenden Artikels, heute fast genauso wie damals Robert Mayer. Ich habe einen Artikel zu den Annalen der Physik geschickt in der Hoffnung, die Raumenergie in den Energiesatz mit aufnehmen zu können, und man wies mich auf noch offene Fragen hin. Ich habe diese seinerzeit noch offenen Fragen als Forschungsgast an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg lösen und beantworten können, habe den nach Wunsch des Gutachters ergänzten Artikel erneut hingeschickt und dann keine Antwort mehr bekommen.

       

      Robert Mayer ist es gelungen, seine Arbeiten anno 1842 in den Annalen der Chemie und Pharmazie zu publizieren. Mir ist es gelungen, meine Arbeiten in einem Internet-Journal namensPhilica zu publizieren.

       

      Auf Seite 201 lesen wir, dass vielen Physikern Mayers Gedanken lange Zeit unverstanden blieben, und so möchte ich sein Leben fast mit den Worten umschreiben: »Die Angst vieler Physiker vor der Energieerhaltung«. Die Physiker-Gemeinde hat seine Ergebnisse weithin ignoriert. Schließlich hat Robert Mayer anno 1850 einen physischen und psychischen Zusammenbruch erlitten und musstein einer Nervenheilanstalt genesen. Gebrochen war der Bann erst, als ein Mächtiger namens Christian Friedrich Schönbein ihm zu Anerkennung verhalf – und dann liest man auch nichts mehr von gesundheitlichen Problemen –, zumindest nicht in dem naturwissenschaftsgeschichtlichen Buch von Fritz Krafft.

       

      Der Energieerhaltungssatz wird heute oftmals als erster Hauptsatz der Thermodynamik be­zeich­net. Aber auch den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, den Sadi Carnot entwickelt hat, hat die Physiker-Gemeinde nicht einfach aufgenommen. Wir lesen auf Seite 215 bei Krafft: »Thomson (der als Lord Kelvin berühmt war) vermochte zunächst nicht, den richtigen Teil in Carnots Überlegungen vom falschen Teil zu trennen, der dem Energieerhaltungsprinzip widersprach. Später prägte Clausius dann den Begriff der Entropie und verhalf den Überlegungen des Sadi Carnot damit zum besseren Verständnis durch die Allgemeinheit.«

       

      Beispiele, und noch mehr Beispiele

      James Clerk Maxwell, der berühmte Erfinder der ebenso weltberühmten Maxwell-Gleichungen (Seite 217/218), zog sich aus gesundheitlichen Gründen auf sein Landgut zurück, um dort die Grundfesten der Elektrodynamik zu entwickeln. Erst als er damit fertig war, konnte er an die Universität zurückkehren, wo er 1871 einen Lehrstuhl in Cambridge annahm.

       

      Was lernen wir daraus? Dass nicht immer eine Universität nötig ist, um hoch wissenschaftlich arbeiten zu können. Die vier Grundgleichungen, die Maxwell entwickelt hat, basieren übrigens auf einem Ätherbild, welches im Gegensatz zu den Maxwell-Gleichungen heute als absolut verpönt gilt.

       

      Wilhelm Roux (Seite 232) war der Entdecker der Entwicklungsphysiologie (u.a. Entwicklung von Embryonen) in der Biologie/Medizin. Auch er hatte das Problem, dass seine Publikationen anfangs wenig beachtet worden waren und seine Arbeitsmethoden ebenso wie seine Forschungsergebnisse auf heftige und polemisch vorgetragene Kritik stießen. Nun – wir haben uns inzwischen an einderartiges Verhalten der Fachwelt hinlänglich gewöhnt, dass wir es an dieser Stelle nicht weiter zu vertiefen brauchen.

       

      Ich hoffe, dass ich niemanden langweile, wenn ich weitere Beispiele nenne, wie etwa das des Savante Arrhenius, der in Stockholm massiv abgelehnt wurde. Er hatte an seiner Heimat­universität ein zumeist ablehnendes Urteil bekommen, so dass er seine Dissertation anno 1884 zu Friedrich Wilhelm Ostwald nach Riga schickte, der die Bedeutung dieser Arbeit erkannte. Es ging um die Entdeckung der Grundfesten der Elektrolyse: Ein Zerfall von Molekülen im Lösungsmittel Wasser, wobei sich Ionen bilden sollten – wie kann man nur so einen Quatsch fordern: Ionen?   (Ich bitte um Nachsicht, dass ich an dieser Stelle polemisch wurde.)

       

      Von Heinrich Rudolf Hertz, der nicht nur den Hertzschen Dipolstrahler ersann, erfahren wir ab Seite 243. Zu seiner Zeit gab es zwei konkurrierende Sichtweisen der Elektrodynamik, von der die eine von einer instantanen unmittelbaren Fernwirkung der elektromagnetischen Kräfte ausging (also von einer unendlich großen Propagationsgeschwindigkeit) und die andere von einer Ausbreitung der elektromagnetischen Kräfte mit einer endlichen Geschwindigkeit, namentlich mit Lichtgeschwindigkeit. Letzteres Modell, das von Faraday und Maxwell ausgearbeitet wurde, ist das heute gültige.

       

      An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass die heute gültige Sichtweise meinen theoretischen Überlegungen zur Raumenergie-Konversion zugrunde liegt, die ich mit dem Namen »FPGW-Theorie« bezeichne, die »Finite Propagationsgeschwindigkeit der Wechsel­wirkungs­felder«. Diese Sichtweise gilt heute als allgemein bestätigt, und deshalb verwende auch ich sie, auch wenn mir einst ein Gutachter einer Fachzeitschrift die Ablehnung meines Artikels mit der Richtigkeit der heute allgemein als falsch anerkannten Sichtweise begründet hat. Heinrich Hertz war es auf jedenFall, der die heute als richtig anerkannte Sichtweise von der britischen Insel nach Deutschland importierte – und auf den Hertzschen Dipolstrahler beziehe ich mich auch mehrfach in meinen Arbeiten.

       

      Bis hin zu Max Planck

      Auch Max Planck, der heute als einer der großen Urväter aller Quantentheorien gilt und der der Namensgeber der Max-Planck-Gesellschaft und des Max Planck Institute ist, zeigt mit seinem Lebenslauf einige der Probleme der modernen Naturwissenschaften auf. Als Wunderkind im Alter von 16 Jahren das Abitur abgelegt, ging er zum Physikprofessor, um (wie damals üblich) vor Studienbeginn vorzusprechen. Der Physikprofessor war Phillip von Jolly, nach dem das Jollysche Thermometer benannt ist, und er erklärte Max Planck, dass auf dem Gebiet der Physik nicht mehr viel Neues zu entdecken sei und dass es höchstens noch ein paar kleinere Lücken zu füllen gebe, denn die Physik sei eine abgeschlossene Wissenschaft. Max Planck machte sich trotzdem an die Arbeit, studierte Physik und revolutionierte schließlich das gesamte Fach. Also muss es wohl doch noch etwas Neues zu entdecken gegeben haben.

       

      Seine Doktorarbeit machte Max Planck zu dem bereits erwähnten zweiten Hauptsatz der Thermodynamik (Seite 246) und stellte im Nachhinein selbst fest, dass wohl kaum einer der Physiker sie je gelesen habe und dass der berühmte Gustav Kirchhoff sie explizit abgelehnt habe. Noch während des Rigorosums, also inmitten der Doktorprüfung, erklärte der große Chemiker Adolf von Baeyer, dass er diese Theoretische Physik für ein völlig überflüssiges Fach halte. So bekam Max Planck in München nur eine Privatdozentur und musste nach Berlin wechseln, auf einen vollwertigen Lehrstuhl als Professor. Immerhin erlaubte man ihm, seine Arbeit weiter zu entwickeln, und man gab ihm die Arbeits­möglichkeiten, die schließlich dazu führten, die Quantentheorie mit zu begründen.

       

      Und so zitiere ich immer wieder gerne seine Weisheit aus [3]:

      »Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass ihre Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.«

      Er hat diese Probleme seiner naturwissenschaftlichen Kollegen zur Genüge am eigenen Leib erfahren dürfen – und der vorliegende Artikel möge allen Leserinnen und Lesern helfen, dies anhandder Vielzahl der gezeigten Beispiele zu erkennen. Das Buch, aus dem diese Beispiele stammen, trägt den Titel Die wichtigsten Naturwissenschaftler im Porträt, und man mag aus der Vielzahl der Schwierigkeiten erkennen, wie viele der wichtigsten Naturwissenschaftler derartige Schwierigkeiten bekamen, man mag aber auch die Art der Schwierigkeiten einschätzen lernen:

       

      Es ist dies wohl ein Jahrtausende währender uralter Streit der Weltbilder, welches Veränderungen nur äußerst zögerlich und widerwillig annimmt. Die Trägheit der menschlichen Köpfe ist so groß, dass sie wohl nur durch den Tod überwunden werden kann. Max Planck drückt dies explizit aus, und die im ersten Teil dieser Publikation genannten Beispiele der Wikinger auf Grönland und der Polynesier auf Rapa Nui, der Osterinsel, bestätigen dies auf drastische Art und Weise. Das Sterben ist leichter als das Verändern des Weltbildes. Und wenn die Mehrheit nicht bereit ist, das Weltbild zu korrigieren, dann ist es immer noch leichter, den Veränderer sterben zu lassen (in der Antike) oder zu ignorieren bzw. auszugrenzen (in unserer Zeit). Wollen wir aber als Menschheit überleben, dann werden wir es leisten müssen, diese Beschränkung kurzfristig zu überwinden, nicht erst im Laufe von Generationen.